Kurbelradios im Notfalltest: Wer kurbelt, bleibt informiert
Kurbelradios im Test: Notfallfunk bei Stromausfall

Kurbelradios im Notfalltest: Wer kurbelt, bleibt informiert

Mit einem Kurbelradio bleiben Sie auch bei einem Stromausfall informiert. Wir haben sechs Modelle getestet, um herauszufinden, ob die multifunktionalen Geräte im Krisenfall wirklich helfen können. Spätestens seit dem Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres sind Kurbelradios begehrt. Wenn Strom, Internet und Mobilfunk längst ausgefallen sind, könnten sie die letzte Möglichkeit sein, sich über den Stand der Dinge zu informieren.

Wie funktionieren Kurbelradios?

Das Prinzip ist bei allen Geräten gleich: Die Empfänger der Radios werden von einem Akku gespeist, der über das Stromnetz geladen werden kann. Ist der Akku leer und steht keine externe Stromversorgung zur Verfügung, kommt die Kurbel zum Einsatz. Ihre Drehbewegung treibt einen Generator an, ähnlich wie beim Fahrraddynamo. Statt im Notfall nach passenden Batterien zu suchen, bedarf es nur einiger Drehungen an der meist seitlich montierten Kurbel, um den nötigen Strom zum Radiohören zu erzeugen.

Getestete Modelle im Überblick

Bei den getesteten Kurbelradios zeigen sich große Unterschiede in Funktionen und Leistung:

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram
  • Albrecht DR 112 DAB+ (UVP: 69,90 Euro): Bietet Stereoklang mit zwei Fünf-Watt-Lautsprechern, DAB+ und UKW-Empfang, sowie ein integriertes Solarpanel und eine LED-Leseleuchte.
  • Sangean MME-99DAB (UVP: 179 Euro): Robustes Radio mit Bluetooth, drei LED-Leuchten und guter Verarbeitung, aber schwacher Powerbank-Funktion.
  • Philips TAR1609 (UVP: 39,99 Euro): Günstiges Modell mit vier Stromversorgungsoptionen, darunter Batterien, aber ohne DAB+ und mit einfacher Bedienung.
  • Pearl inFactory SOL-1540 (UVP: 49,90 Euro): Schlichtes Gerät mit guter Kurbelleistung, aber kleinem Akku und nur UKW-Empfang.
  • Albrecht DR 114 DAB+ (UVP: 79,90 Euro): Campingradio mit integrierter Laterne, starkem Akku und gutem DAB+-Empfang.
  • Renkforce RF-CR-200 (Herstellerpreis: 28,99 Euro): Kompaktes Radio mit langer Laufzeit, aber bescheidenem Klang und schwacher Powerbank-Funktion.

Kurbelleistung und Laufzeit

Wie lange müssen Sie kurbeln, um die Nachrichten hören zu können? Das haben wir ausprobiert und waren positiv überrascht: Alle Testkandidaten erfüllen ihre Versprechen als Notfallradio. Nach fünf Minuten Kurbeln erzielten die Geräte unterschiedliche Laufzeiten:

  • Albrecht DR 112 DAB+: 28 Minuten DAB+, 38 Minuten UKW
  • Sangean MME-99DAB: 20 Minuten DAB+, 40 Minuten UKW
  • Philips TAR1609: 33 Minuten UKW
  • Pearl inFactory SOL-1540: 20 Minuten UKW
  • Albrecht DR 114 DAB+: 25 Minuten DAB+, 50 Minuten UKW
  • Renkforce RF-CR-200: 80 Minuten UKW

Funktionen und Alltagstauglichkeit

Manche Modelle können nur UKW empfangen, andere auch das digitale DAB+. Zwei Geräte nutzen Solarpanel als zusätzliche Energiequelle, alle bieten sich außer als Radio auch als Powerbank zum Aufladen von Smartphones an. Viele haben integrierte LED-Leuchten als Notbeleuchtung. Die Frage ist: Taugen Kurbelradios nur für den Notfall oder kann man sie im Alltag auch als Küchen-, Bad- oder Werkstattradio nutzen?

Das robuste, aber teure Sangean MME-99DAB konnte mit Ausnahme seiner schwachen Powerbank-Funktion überzeugen. Für das DR 114 DAB+ von Albrecht sprechen sein großer Akku und die integrierte Laterne. Beide Geräte machen mit ihrer akzeptablen Tonqualität auch im Alltag Spaß. Geht es nur um die Funktion bei Stromausfall, lohnt sich ein Blick auf das günstige TAR1609 von Philips, das auch mit Batterien betrieben werden kann.

Warum Radio im Notfall?

Genau wie Rundfunkantennen sind Mobilfunkmasten mit einer Notstromversorgung gegen Stromausfälle abgesichert. Oft sind das allerdings nur Akkus, die nach wenigen Stunden leergelaufen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mobilfunkmasten in Ihrer Umgebung bei einem großflächigen Stromausfall ebenfalls betroffen sind, ist hoch. Rundfunk dagegen kann über Strecken von 50 bis 100 Kilometern senden. Wichtige Rundfunksendeanlagen werden zudem mit Dieselgeneratoren gegen Netzausfälle abgesichert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Fazit

Kurbelradios sind eine zuverlässige Notfalllösung bei Stromausfällen. Sie bieten nicht nur Radioempfang, sondern auch zusätzliche Funktionen wie Powerbank und Beleuchtung. Für den Alltag eignen sich vor allem Modelle mit guter Tonqualität und stabilen Empfangseigenschaften. Bei der Auswahl sollten Sie auf DAB+-Empfang, Akkukapazität und Bedienkomfort achten.