Rentenkasse: Beitragssatz könnte 2028 auf fast 20 Prozent steigen
Beitragssatz steigt auf fast 20 Prozent bis 2028

Wie groß ist der Reformdruck bei der Rente tatsächlich? Die sogenannte Frühjahrsfinanzschätzung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) liefert konkrete Zahlen zur aktuellen Lage der Rentenkasse. Die DRV erstellt regelmäßig Schätzungen zur Entwicklung bestimmter Kennwerte – stets unter der Annahme, dass alle bestehenden Regeln und Gesetze unverändert bleiben. Unter dieser Voraussetzung ergibt sich folgendes Bild:

Beitragssatz steigt sprunghaft an

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung würde im Jahr 2027 noch bei 18,6 Prozent verharren, dem Niveau seit 2018. Doch bereits 2028 ist ein sprunghafter Anstieg auf 19,9 Prozent zu erwarten. Für 2029 prognostiziert die DRV einen Wert von genau 20 Prozent. Bis zum Jahr 2040 könnte der Satz sogar auf 21,1 Prozent klettern. Dies würde Arbeitnehmer und Arbeitgeber schon bald empfindlich belasten – und dies in einer Zeit, in der auch die Kranken- und Pflegeversicherung mit enormen Finanznöten kämpfen, sodass in weiteren Zweigen der Sozialversicherung zusätzliche Belastungen drohen.

Rentenniveau sinkt trotz Garantie

Das Rentenniveau ist gesetzlich bis 2031 bei 48 Prozent garantiert. Ohne weitere Reformen würde es jedoch bis 2035 auf 46,8 Prozent fallen. Die von Schwarz-Rot vereinbarte Haltelinie beim Rentenniveau kostet im Jahr 2029 rund 3,8 Milliarden Euro. Bis 2040 steigen die Kosten auf jährlich 16 Milliarden Euro an.

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Mütterrente III wird günstiger

Die Mütterrente III, die von Schwarz-Rot beschlossen wurde, wird im Laufe der Jahre günstiger, da die Begünstigten nach und nach versterben. Für 2029 sind noch 5,1 Milliarden Euro eingeplant, bis 2040 sinkt dieser Betrag auf 4,1 Milliarden Euro.

Bundeszuschüsse steigen massiv

Die Bundeszuschüsse zur Rentenkasse beliefen sich 2026 auf 97,6 Milliarden Euro. Bereits 2028 würden sie auf 110,6 Milliarden Euro anwachsen. Für das Jahr 2040 prognostiziert die DRV sogar einen Wert von 162,2 Milliarden Euro.

Demografischer Wandel verschärft Lage

Die Prognose enthält auch Zahlen, die den demografischen Wandel verdeutlichen: Derzeit stehen 31,4 Millionen Äquivalenz-Beitragszahlern 17 Millionen Äquivalenz-Rentner gegenüber. Im Jahr 2040 würde das Verhältnis bei 29,8 Millionen zu 18,7 Millionen liegen. Deutlich weniger Beitragszahler müssten dann eine wachsende Zahl von Rentnern finanzieren.

Eine von Schwarz-Rot eingesetzte Kommission erarbeitet derzeit Reformvorschläge für die Rente. Die Ergebnisse werden für Ende Juni erwartet.

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