Die Opferberatungsstellen B.U.D. und BEFORE haben für das Jahr 2025 in Bayern 324 Angriffe rechter Gewalt registriert, von denen mindestens 362 Menschen direkt betroffen waren. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Einrichtungen hervor. Die Zahl liegt auf dem Niveau des Vorjahres und wird von den Beratungsstellen als „alarmierend hoch“ eingestuft.
München als Brennpunkt
Knapp ein Drittel der erfassten Angriffe entfiel auf die Landeshauptstadt München. Die Beratungsstellen betonen, dass die tatsächliche Zahl rechter Gewalttaten vermutlich deutlich höher liegt, da viele Betroffene keine Anzeige erstatten oder keine Beratungsstelle aufsuchen.
Körperverletzung und Bedrohung dominieren
Rund 42 Prozent der Angriffe waren Körperverletzungsdelikte, etwa 36 Prozent Bedrohungen oder Nötigungen. In gut 64 Prozent der Fälle war Rassismus die erfasste Tatmotivation. Die Erhebung orientiert sich am polizeilichen System der politisch motivierten Kriminalität rechts.
Vergleich mit offiziellen Zahlen
Der Verfassungsschutz zählte im selben Zeitraum 508 rechtsextremistisch motivierte Straf- und Gewalttaten in Bayern – elf mehr als im Vorjahr. Das Landeskriminalamt registrierte insgesamt 418 politisch motivierte Gewaltdelikte, von denen 144 dem rechten und rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurden. Die Diskrepanz zwischen den Zahlen von Polizei und Beratungsstellen zeigt laut den Experten die unterschiedlichen Erfassungsmethoden und die hohe Dunkelziffer.



