Bartgeier Zierli fliegt erstmals – Alosa findet nach Hause
Bartgeier Zierli fliegt erstmals – Alosa findet nach Hause

Gut zwei Wochen nach ihrer Artgenossin Alosa hat sich auch der junge Bartgeier Zierli in die Lüfte geschwungen. Im Alter von 118 Tagen segelte sie vergangene Woche erstmals aus der Auswilderungsnische im Nationalpark Berchtesgaden, wie der bayerische Naturschutzverband LBV und der Nationalpark Berchtesgaden mitteilten.

Alosa beobachtet den Erstflug aus höheren Wandstufen

Die gleichaltrige, aber frühreife Alosa verfolgte den Erstflug ihrer Kameradin aus höher gelegenen Wandstufen. Beide Junggeier waren am 24. Juni im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert worden. Seit 2021 werden jedes Jahr zwei junge Bartgeier freigelassen, um die ausgerottete Art in den Ostalpen wieder anzusiedeln.

Die aus dem französischen Zoo Beauval stammende Zierli hatte vor ihrem Erstflug schrittweise Flugübungen absolviert. Dagegen stellte die im französischen Zuchtzentrum Asters geschlüpfte Alosa das Projektteam vor Herausforderungen.

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Alosa startet ohne Erfahrung und wird von Aufwinden abgetrieben

Ohne jegliche Erfahrung startete Alosa zu Ausflügen und wurde von den Aufwinden immer weiter in die Hochlagen der Reiteralm getragen. „Der sehr ambitionierte Erstflug mit nur 97 Tagen bereitete Alosa im Nachgang sichtliche Schwierigkeiten. Es ist eine Sache, mit ein paar Flügelschlägen loszusegeln, aber etwas ganz anderes, dann in den noch völlig unbekannten Steilflanken, Latschenfeldern und Geröllhalden mit unerwarteten Hangwinden und Thermiken umzugehen“, sagt LBV-Bartgeier-Experte Toni Wegscheider.

Das Projektteam musste Alosa zeitweise in anspruchsvollen Aufstiegen im teils weglosen Steilgelände mit Nahrung versorgen. Die Vögel dürfen dabei nicht mitbekommen, wer da etwas zu fressen bringt, um keine Verbindung zwischen Mensch und Nahrung herzustellen.

Erleichterung im Team, als Alosa den Rückweg fand

„Es war eine ziemliche Erleichterung für das Team, mental und körperlich, als Alosa letztlich doch wieder den Weg hinab Richtung Auswilderungsnische und Futterplätze fand“, berichtet Nationalpark-Projektleiter Ulrich Brendel.

Zierli hat es in der Zwischenzeit offenbar allein in der Nische gut gefallen – sie reagierte auf Annäherungsversuche Alosas ausgesprochen abweisend. Dabei dürfte Zierli von ihrer inzwischen gut trainierten Artgenossin profitieren: „Alosa hat auf ihren mittlerweile sehr souveränen Flügen bereits mehrere wichtige Futterplätze entdeckt“, sagt Wegscheider. Alosa könne also als Trainingspartnerin fungieren, denn Zierli werde sich erfahrungsgemäß an den Flugrichtungen ihrer Gefährtin orientieren.

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