Der für den Nachmittag geplante Christopher Street Day (CSD) in Mühldorf am Inn findet wie vorgesehen am 26. Juli 2026 statt – ungeachtet des gewaltsamen Angriffs, der sich am Rande der CSD-Veranstaltung in Berlin ereignet hat. Die Organisatoren der oberbayerischen Demonstration für die Rechte queerer Menschen zeigen sich entschlossen: „Gerade nach so einem schrecklichen Ereignis ist es umso wichtiger, uns nicht einschüchtern oder verdrängen zu lassen“, erklärten sie in einer Stellungnahme.
Keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen geplant
Obwohl der Vorfall in Berlin bundesweit für Entsetzen gesorgt hat, planen die Mühldorfer Veranstalter keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. Man habe bereits ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeitet, das alle erforderlichen Vorkehrungen umfasse, hieß es aus dem Organisationsteam. Auch die Polizei bestätigte am Sonntagmorgen, dass die Veranstaltung planmäßig über die Bühne gehen werde. Die Beamten werden wie üblich präsent sein, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.
Statement der Veranstalter: Mitgefühl und Entschlossenheit
In einer Mitteilung auf Instagram sprachen die Mühldorfer Organisatoren den Verletzten sowie den Angehörigen der Todesopfer des Berliner Angriffs ihr „tiefes Mitgefühl“ aus. Gleichzeitig unterstrichen sie die Bedeutung des CSD: „Denn genau solche Taten zeigen, warum CSD immer noch nötig ist.“ Queere Menschen seien in der Gesellschaft nach wie vor Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt. „Genau deshalb machen wir CSD – um sichtbar zu sein und für Akzeptanz zu kämpfen“, so die Veranstalter weiter.
Der CSD in Mühldorf beginnt am Nachmittag mit einer Kundgebung und einem Demonstrationszug durch die Stadt. Neben Redebeiträgen und kulturellen Darbietungen soll die Veranstaltung ein Zeichen der Solidarität mit der queeren Community setzen – in einer Zeit, in der Hass und Gewalt gegen Minderheiten zunehmen. Die Zahl der erwarteten Teilnehmer liegt nach Angaben der Organisatoren im unteren vierstelligen Bereich; eine genaue Schätzung wurde nicht genannt.
Der Angriff in Berlin ereignete sich am Rande des dortigen CSD und forderte mehrere Verletzte und Todesopfer. Die genauen Hintergründe sind noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Politiker aus ganz Deutschland verurteilten die Tat scharf. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach von einem „feigen Anschlag“ und sicherte der queeren Gemeinschaft Unterstützung zu. Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich „entsetzt“ über die Gewalt.
Trotz der traumatischen Ereignisse in der Hauptstadt wollen die Veranstalter in Mühldorf ein positives, friedliches Fest der Vielfalt ermöglichen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, betonten sie abschließend. Der CSD in Mühldorf findet damit als eines der ersten großen queeren Events nach der Bluttat statt – und sendet ein klares Signal der Widerstandsfähigkeit.



