Die Polizei in Böblingen setzt ihre Ermittlungen zu einer verschwundenen Babyleiche fort. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse. Die sterblichen Überreste eines Frühgeborenen waren aus einem Kühlraum des Krankenhauses verschwunden und mehrere Tage später in einer Wäscherei gefunden worden. Zuerst hatte die „Schwäbische Zeitung“ berichtet.
Zugang zum Kühlraum war beschränkt
Im Fokus der Ermittlungen steht die Frage, wie die Leiche abhandenkommen konnte. Der Zugang zu dem Kühlraum sei nicht unbegrenzt gewesen, erklärte der Polizeisprecher. Daher würden zunächst alle berechtigten Personen befragt. Zudem werde untersucht, wann genau die Wäsche abgeholt wurde und von wem. Die Ermittlungen richteten sich derzeit aber nicht gegen konkrete Personen.
Polizei hält tragisches Versehen für wahrscheinlich
Nach derzeitigem Stand geht die Polizei von einem tragischen Versehen aus. Es sei anzunehmen, dass Mitarbeiter der Wäscherei den Leichnam in Laken übersehen und versehentlich mitgenommen hätten, so der Sprecher. Dennoch würden die Ermittlungen in alle Richtungen geführt.
Eine DNA-Analyse soll nun zweifelsfrei klären, ob es sich bei den gefundenen Überresten um das verschwundene Frühgeborene handelt. Ergebnisse lagen am Wochenende noch nicht vor. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass es sich um ein anderes Kind handelt.
Bestatter bemerkte Fehlen der Leiche
Das Verschwinden der Babyleiche war aufgefallen, als ein Bestatter den Leichnam aus dem Kühlraum abholen wollte. Das Kind war laut Polizei in dem Krankenhaus deutlich zu früh zur Welt gekommen und später gestorben.
Klinikbetreiber zeigt sich tief betroffen
Der Klinikverbund Südwest, Betreiber des Krankenhauses, äußerte sich tief betroffen. „Es tut uns aufrichtig leid, dass die Eltern und Angehörigen in dieser ohnehin schmerzlichen Zeit dies zusätzlich durchleben müssen“, hieß es in einer Stellungnahme. Das Unternehmen kündigte an, den Vorfall sorgfältig und lückenlos aufzuklären. Man unterstütze die Polizei und arbeite den Vorgang intern vollständig auf. Der Umgang mit verstorbenen Kindern solle überprüft und die Mitarbeiter für größte Sorgfalt sensibilisiert werden.
Die Klinikdirektion stehe der Familie jederzeit persönlich als Ansprechpartner zur Verfügung und biete weitere Unterstützung an. „Die Seelsorge ist von Beginn an einbezogen und für die Familie da“, so die Stellungnahme.



