Die Sanierung des Rostocker Wasserturms, eines Wahrzeichens der Stadt, steht kurz vor dem Abschluss. Allerdings werden die Kosten höher als zuletzt geplant. Laut aktuellem Wirtschaftsplan des kommunalen Immobilienbetriebs KOE belaufen sich die Gesamtkosten nun auf 11 Millionen Euro. Ursprünglich war man von 10,3 Millionen Euro ausgegangen.
Der weithin sichtbare Turm aus dem frühen 20. Jahrhundert war lange eingerüstet und verhüllt. Inzwischen sind nur noch Reste des Gerüsts zu sehen. Die abschließenden Arbeiten konzentrieren sich auf das Natursteinband am Turmsockel, wo Mauerwerk und Abdecksteine erneuert werden müssen. Dies sind die letzten Schritte der Fassadensanierung, bevor im Frühjahr 2025 die Gestaltung der Außenanlagen beginnt.
Die Sanierung des neugotischen Backsteinbaus war notwendig geworden, weil nach einer mangelhaften Erneuerung in den 1990er Jahren Feuchtigkeit eingedrungen war. Eine besondere Herausforderung war die Herstellung farblich passender Ersatzsteine. Da gleichmäßig gebrannte Steine aus einem Gasofen ungeeignet waren, kamen die Steine wie vor über hundert Jahren aus einem Kohlebrandofen. Vom größten Puzzle Rostocks mit 50.000 Teilen war die Rede.
Die Arbeiten begannen 2018. Ein Rechtsstreit mit einer Baufirma hatte das Projekt zeitweise zum Stillstand gebracht. Nach Angaben der Landesdenkmalpflege handelt es sich um einen der anspruchsvollsten Wassertürme in Mecklenburg-Vorpommern. Bis 1959 diente das Gebäude als Wasserturm; heute nutzt das Kulturhistorische Museum die Räume unterhalb des Stahlkessels als Depot. Zum Abschluss der Bauarbeiten ist eine kleine Dankeschön-Veranstaltung für Anwohner geplant.



