Lotsenschoner „No. 5 Elbe“: Restaurierung verzögert sich bis 2027
Lotsenschoner „No. 5 Elbe“: Restaurierung bis 2027

Der denkmalgeschützte Lotsenschoner „No. 5 Elbe“ wird nach einer Kollision später als bislang geplant wieder seine Segel setzen. Statt diesen Sommer sollen die Arbeiten an dem Schiff von 1883 erst kommendes Jahr beendet sein, wie eine Sprecherin der Stiftung Hamburg Maritim mitteilte.

Gründe für die Verzögerung

Grund dafür seien „anhaltende Restaurierungsarbeiten, gestiegene Kosten und Koordination mit Gewerken, die uns in Geduld üben“, ergänzte die Sprecherin. Der anvisierte Neustart in diesem Sommer sei zu ambitioniert gewesen. Dringlich ist derzeit die Neuverfugung des hölzernen Decks.

Kollision mit Containerschiff 2019

2019 kollidierte das Lotsenschiff mit einem Containerschiff, wie es im Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung heißt. Zum Unfallzeitpunkt segelte der Zweimaster mit 43 Gästen elbabwärts. Nach einem Wendemanöver beabsichtigte der Lotse, wieder Kurs auf Hamburg zu nehmen, doch am Vorschiff kam es dabei zu Schäden an Segeln und Tauwerk. Infolgedessen änderte die „No. 5 Elbe“ ungewollt ihre Fahrspur und kollidierte mit dem Frachter.

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Nachdem alle Menschen von Bord gerettet waren, stellte sich heraus, dass der Segelschoner trotz der sofort eingesetzten Pumpen nicht mehr zu halten war. Das durch die Kollision entstandene Leck war zu massiv, sodass das Schiff mit der Flut sank. Mit Hilfe von Hebesäcken und Pumpen richteten Bergungsexperten das Schiff auf und entwässerten es.

Aktuelle Arbeiten am Bremer Kai

Seit der Rückkehr nach Hamburg laufen Rekonstruktion des Riggs, Innenausbau und Erneuerung der Technik am Bremer Kai im Hansahafen.

Spendenaufruf für die Deckabdichtung

Die „No. 5 Elbe“ ist ein 37 Meter langer hölzerner Zweimaster mit einer Segelfläche von 360 Quadratmetern. Ihr Name verweist auf das ursprüngliche Einsatzgebiet und die laufende Nummer fünf von ehemals elf Lotsenschonern. Auf dem Schoner wurden zuletzt Tagesfahrten auf der Elbe und Nord- und Ostsee unternommen. In Zukunft soll das wieder möglich sein.

Nach Stiftungsangaben gilt der Zweimaster als weltweit eines der letzten Schiffe dieser Art im weitgehend ursprünglichen Zustand. Das Seeschiff gehört zur Flotte der Stiftung Hamburg Maritim und wird von Ehrenamtlichen des Vereins „Freunde des Lotsenschoners No. 5 Elbe“ betrieben. In den vergangenen sechs Jahren leisteten Ehrenamtliche und Fachleute über 13.600 Arbeitsstunden.

Rund 800 Meter Decksfugen müssen erneuert werden, um das Schiff dauerhaft gegen Regen- und Seewasser abzudichten. Dafür veranschlagt die Stiftung 60.000 Euro und wirbt um Spenden. Die Maßnahme zählt zu den letzten größeren Arbeitsschritten vor der Wiederindienststellung.

Die Sprecherin nannte den Lotsenschoner ein Wahrzeichen Hamburgs: „Er ist ein Zeuge der historischen Hafenwirtschaft“. Ohne die Arbeit der Lotsen sei die anspruchsvolle Navigation in den Hafen früher kaum möglich gewesen.

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