Ehrenamt der Väter: Wenn die Familie unter der Rettungsarbeit leidet
Ehrenamt der Väter: Familie leidet unter Rettungsarbeit

Neben ihrem Job üben viele Väter ein zeitintensives Ehrenamt aus. Manche setzen gar ihr Leben aufs Spiel. Eine Mutter hat genug davon. Sie berichtet: „Er rettet Leben, aber gefährdet unsere Familie.“

Bergwacht-Ehrenamt: Zwischen Heldentum und Familienkonflikten

Die Bergwacht ist auf ehrenamtliche Einsatzkräfte angewiesen, die Wanderer und Bergsteiger aus brenzligen Situationen retten. Dabei begeben sie sich selbst in Gefahr. Die ARD-Doku-Serie „In höchster Not“ zeigt den Alltag in den bayerischen Bergen.

Doch das Engagement hat auch Schattenseiten: Die Familien der Ehrenamtlichen leiden oft unter der zeitlichen und emotionalen Belastung. Eine Mutter schildert: „Ich bin stolz auf meinen Mann, aber die ständige Angst und die vielen Einsätze fordern ihren Tribut. Unsere Kinder vermissen ihn, und ich fühle mich allein gelassen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Statistik: Jeder dritte Ehrenamtliche vernachlässigt Familie

Laut einer Studie des Deutschen Freiwilligensurveys geben 34 Prozent der ehrenamtlich Engagierten an, dass ihr Engagement zu Konflikten in der Familie führt. Besonders betroffen sind Rettungsdienste wie die Bergwacht, bei denen die Einsätze unvorhersehbar sind.

„Die Belastung ist enorm“, erklärt Dr. Julia Weber, Familienforscherin an der Universität München. „Viele Ehrenamtliche haben ein schlechtes Gewissen, weil sie ihren Partner oder ihre Kinder vernachlässigen. Gleichzeitig fühlen sie sich in der Pflicht, zu helfen.“

Die ARD-Serie „In höchster Not“ zeigt die Realität

Die zweite Staffel der Doku-Serie begleitet Bergwacht-Einsätze hautnah. Sie zeigt nicht nur die spektakulären Rettungen, sondern auch die persönlichen Geschichten der Helfer. Ein Bergwachtler erzählt: „Meine Familie unterstützt mich, aber es gibt Momente, da frage ich mich, ob es das wert ist.“

Die Serie läuft aktuell in der ARD und hat eine breite Diskussion über die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie ausgelöst.

Lösungsansätze: Mehr Unterstützung für Ehrenamtliche

Experten fordern daher mehr Unterstützung für Ehrenamtliche und ihre Familien. Dazu gehören flexible Einsatzzeiten, psychologische Begleitung und finanzielle Anerkennung. „Nur so können wir sicherstellen, dass die Helfer nicht selbst zu Opfern werden“, betont Weber.

Die Bergwacht selbst bietet inzwischen Kurse zur Stressbewältigung und Familienberatung an. „Wir wissen, dass das Ehrenamt ohne den Rückhalt der Familien nicht funktioniert“, sagt ein Sprecher der Bergwacht Bayern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration