Nach einer Messerattacke und mehreren Schlägereien auf einem Dorffest in Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fahndet die Polizei weiter nach einem flüchtigen Täter. Der Mann soll am späten Samstagabend einen 16-Jährigen mit einem Messer am Arm verletzt haben, der daraufhin operiert werden musste. Zuvor hatte er bereits einen 20-jährigen Bekannten des Jugendlichen niedergeschlagen und leicht am Kopf verletzt. Die Tat ereignete sich am Ausgang des Festgeländes, auf dem rund 700 Menschen die vom örtlichen Burschenverein organisierte Blauliachd-Party feierten. Der Täter konnte in der Menge verschwinden.
Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen laufen
Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd teilte mit, dass es umfangreiche Fahndungsmaßnahmen gebe, der Tatverdächtige aber noch nicht identifiziert sei. Zeugen beschreiben ihn als 1,80 bis 1,90 Meter großen Mann mit schmaler Statur und kurzen dunklen Haaren. Er trug eine graue Fleecejacke und Jeans. Die Polizei wertet derzeit Videoaufnahmen aus und vernimmt Festgäste als Zeugen.
Mehrere Verletzte und Anzeigen
Neben der Messerattacke gab es weitere Schlägereien auf dem Gelände, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei betonte, dass es keine Hinweise auf eine Beteiligung des Messerstechers an diesen Auseinandersetzungen gebe. Ein Sprecher der Polizei Wolfratshausen berichtete von rund einem halben Dutzend Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten. Niemand befand sich in Lebensgefahr. Die Stimmung sei beim Eintreffen der Beamten gegen 23.45 Uhr aufgeheizt gewesen. Bei der Auflösung der Veranstaltung mussten die Polizisten teils unmittelbaren Zwang anwenden, einige Partygäste wurden in Gewahrsam genommen oder gefesselt.
Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften
Im Einsatz waren rund 60 Polizeibeamte, darunter ein Zug des Unterstützungskommandos (USK) des Polizeipräsidiums München, fünf Rettungswagen, zwei Notärzte, ein Rettungshubschrauber und eine polizeiliche Drohne. Die Feuerwehr Egling half mit 15 Einsatzkräften beim Ausleuchten des Geländes und der Verkehrslenkung.
Unklare Eskalation nach friedlichem Fest
Warum es auf dem seit Jahren friedlichen Fest zu einer solchen Eskalation kam, ist unklar. Die Gemeinde Egling erklärte, die Polizei ermittle noch; erst danach könnten Rückschlüsse gezogen werden. Es sei grundsätzlich wünschenswert, dass solche Festivitäten weiter stattfinden könnten. Laut Polizei war ein Sicherheitsdienst im Einsatz, und es gab Einlasskontrollen, die sich jedoch auf das Alter der Besucher bezogen. Die Gäste wurden nicht durchsucht.
Vereinschef schockiert – Ende der Party?
Der Vorsitzende des Burschenvereins und Hauptorganisator, Simon Raß, zeigte sich schockiert. Es sei stets ein gemütliches Fest gewesen, sagte er der Mediengruppe „Münchner Merkur/tz“. Möglicherweise war es das letzte Mal: „Ich glaube: Die Blaulicht-Party machen wir nie wieder. Den Namen verbindet von jetzt an jeder mit diesem Abend. Auch wir selbst haben keine guten Erinnerungen mehr daran.“



