Mittelmeerfruchtfliege: Klimawandel macht sie zum Superschädling
Mittelmeerfruchtfliege: Klimawandel fördert Superschädling

Mittelmeerfruchtfliege: Eine wachsende Gefahr für den Obstbau

Die Mittelmeerfruchtfliege, ein gefürchteter Schädling aus dem Mittelmeerraum, könnte sich aufgrund des Klimawandels auch in Deutschland dauerhaft etablieren. Im Gegensatz zu heimischen Fruchtfliegen, die sich auf bestimmte Obstsorten wie Walnüsse oder Kirschen spezialisieren, ist die Mittelmeerfruchtfliege ein wahrer Allesfresser. Sie befällt über 350 verschiedene Wirtspflanzen, darunter Äpfel, Pfirsiche, Birnen und sogar Paprika. Diese Eigenschaft macht sie zu einem sogenannten Superschädling, wie Doris Betz vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe erklärt.

Schäden an Früchten und Folgen für die Landwirtschaft

Die Weibchen legen ihre Eier direkt in den Früchten ab. Sobald die Larven schlüpfen, fressen sie sich durch das Fruchtfleisch, was zu matschigen Stellen und dunklen Verfärbungen führt, insbesondere im Inneren der Früchte. Diese Schäden bieten zudem Pilzen und Bakterien eine ideale Angriffsfläche, was die Früchte ungenießbar macht und zu erheblichen Ernteverlusten führen kann.

Klimawandel verschiebt die Verbreitungsgrenze

In Deutschland ist die Mittelmeerfruchtfliege bereits seit den 1930er Jahren bekannt. Bislang trat sie jedoch nur sporadisch und regional begrenzt auf, vermutlich durch Obstimporte eingeschleppt. Da die Insekten Kälte nicht gut vertragen, überleben sie hierzulande nur saisonal im Freiland. Größere, dauerhaft überwinternde Populationen finden sich laut Betz derzeit nur in Regionen südlich eines Breitengrads, der etwa auf Höhe Nordgriechenlands liegt. Doch mit dem fortschreitenden Klimawandel verschiebt sich diese Grenze zunehmend nach Norden, sodass die Fliegen auch in Deutschland bessere Überlebenschancen haben.

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Kein Grund zur Panik, aber Vorsicht geboten

Trotz der potenziellen Gefahr gibt Betz Entwarnung: Es werde noch lange dauern, bis sich die aus tropischen Gebieten stammenden Fliegen in Deutschland vollständig etablieren und im Freiland überwintern können. „Es besteht also erstmal kein Grund zu Panik“, so die Expertin. Dennoch sei eine aufmerksame Beobachtung der Situation wichtig, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern sollte sich auf mögliche Auswirkungen vorbereiten.

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