Pflegekosten in Bayern steigen weiter: Eigenanteil bei 3.270 Euro
Pflegekosten in Bayern: Eigenanteil bei 3.270 Euro

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen in Bayern müssen erneut tiefer in die Tasche greifen. Wie eine aktuelle Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) zum Stand 1. Juli zeigt, liegt der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Aufenthaltsjahr nun bei 3.270 Euro pro Monat. Das sind 176 Euro mehr als noch am 1. Juli 2025. Die Daten, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, belegen einen kontinuierlichen Anstieg der Zuzahlungen.

Kostenexplosion seit 2020

In den vergangenen Jahren sind die Eigenanteile bundesweit drastisch gestiegen. Im Januar 2020 betrug der monatliche Eigenanteil in Bayern noch 1.969 Euro – 1.301 Euro weniger als heute. In den Summen enthalten sind neben dem Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung auch Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen in die Einrichtungen sowie Ausbildungskosten. Die Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten ab, sodass die Bewohner den Rest selbst tragen müssen.

vdek kritisiert Belastung der Pflegebedürftigen

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, äußerte sich besorgt über die Entwicklung: „Die Pflegekosten steigen ungebremst und bei einer Teilleistungsversicherung wie der Pflegeversicherung geht das zulasten der Betroffenen.“ Sie verwies auf die stark gestiegenen Personalkosten: „Die Gehälter von Pflegekräften sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen und liegen im Branchenvergleich nunmehr über dem Durchschnitt. Es gab Nachholbedarf und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden. Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt.“

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Länderunterschiede: Bayern knapp unter Bundesdurchschnitt

Bundesweit liegt der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr bei 3.364 Euro – ein Anstieg um 119 Euro zum 1. Januar und um 256 Euro im Vergleich zum 1. Januar 2025. Bayern liegt mit 3.270 Euro knapp unter diesem Mittel. Die höchsten Kosten haben Bremen (3.761 Euro), das Saarland (3.695 Euro) und Baden-Württemberg (3.657 Euro). Am günstigsten sind Sachsen-Anhalt (2.891 Euro), Niedersachsen (3.008 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (3.032 Euro). Die Auswertung basiert auf Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit den Heimen in allen Bundesländern. Zum Ersatzkassenverband gehören unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.

Entlastungszuschläge nach Aufenthaltsdauer

Die Höhe der Zuzahlungen hängt auch von der Aufenthaltsdauer ab, da gestaffelte Entlastungszuschläge greifen. Diese werden zusätzlich zu den Leistungen der Pflegekassen gezahlt: Im ersten Jahr reduziert sich der Eigenanteil für die reine Pflege um 15 Prozent, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Dennoch bleibt die finanzielle Belastung für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen hoch.

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