Das Sommerbad Lichterfelde, bekannt als Spucki, bleibt den vierten Sommer in Folge geschlossen. Der Sanierungsstau in den Freibädern des Berliner Südwestens ist enorm: Auch das Strandbad Wannsee und das Sommerbad am Insulaner weisen erhebliche Mängel auf. Dies geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Sport auf eine Anfrage der Abgeordneten Franziska Brychcy (Linke) hervor.
Spucki: Schon vier Jahre geschlossen
Das Familienbad am Hindenburgdamm, das mit seinen kleinen Becken vor allem auf Kleinkinder ausgerichtet war, ist seit Frühjahr 2023 geschlossen. Damals war der Vertrag mit dem privaten Pächter ausgelaufen, und das Bad ging an die Berliner Bäder-Betriebe zurück. Wegen massiver technischer Mängel kann es nicht sicher betrieben werden. Anwohner, Initiativen und Bezirkspolitiker setzen sich seit der Schließung für eine Wiedereröffnung ein, doch eine Finanzierung fehlt. Für eine Sanierung des Badebetriebs sind mindestens eine Million Euro nötig, weitere vier Millionen für die Saunaanlage.
Die Senatsverwaltung teilte mit: „Das Sommerbad Lichterfelde hat als Freizeitbad eine Sonderrolle im Bäderportfolio, weil es nicht über eine für Schwimmen typische Beckenstruktur und eine Sauna verfügt.“ Daher sei es verpachtet worden, und die Pächter waren für die Instandhaltung zuständig. Eine Wiedereröffnung ist nicht absehbar: „Aufgrund der Priorisierung von Bädern, die für Vereins- und Schulschwimmen geeignet sind sowie von klassischen Freibädern stehen in der aktuellen Finanzplanung keine Mittel für eine Sanierung des Spucki zur Verfügung.“
Sommerbad Insulaner: Sieben Millionen Euro Sanierungsstau
Das Sommerbad am Insulaner ist zwar in Betrieb, aber auch dort sieht es schlecht aus. Der Sanierungsstau beträgt insgesamt sieben Millionen Euro: zwei Millionen für die Betonsanierung, fünf Millionen für Umkleidegebäude, Maschinenhaus und Technik. Laut Senatsverwaltung gibt es noch keine Funktionseinschränkungen, und das Bad ist in einem Sanierungsfahrplan vorgesehen. Ein konkreter Zeitpunkt für die Arbeiten steht jedoch nicht fest.
Strandbad Wannsee: Denkmalgeschützte Anlage verfällt
Das Strandbad Wannsee benötigt ein Gesamtsanierungskonzept. Die letzte Grundsanierung fand von 2004 bis 2007 statt und kostete 12,5 Millionen Euro. Seitdem hat sich der Zustand extrem verschlechtert: Die Sonnenterrasse, Umgänge und Gebäude sind teilweise gesperrt. Das Restaurant Lido wird seit 1996 nicht mehr betrieben und verfällt. Der Wandelgang besteht nur noch aus nackten Stahlstreben. Hinzu kommen Schäden durch den Stromausfall im Januar 2026, der zu Frostschäden an Trinkwasser- und Heizungsinstallationen führte. Die WC-Häuser sollten im Juni 2026 wieder in Betrieb gehen, die Heizungs- und Warmwasseranlagen ab August. Ein Sanierungsfahrplan mit Zeitschiene und Finanzierung steht noch aus.



