Am Samstag findet die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 statt, die bereits im Vorfeld für erhebliche Spannungen sorgt. Ex-Boss Clemens Tönnies (70) und Jahrhundert-Trainer Huub Stevens (72) haben ihre Kandidatur für das Ehrenpräsidium zurückgezogen. Hintergrund ist ein Satzungsänderungsantrag von vier Aufsichtsräten, der Mitgliedern des Ehrenpräsidiums verbieten soll, sich öffentlich über operative Themen oder interne Vereinsangelegenheiten zu äußern. Stevens erklärte seinen Verzicht bereits am vergangenen Donnerstag, Tönnies folgte am Freitag. Nach Informationen der BILD wird Tönnies jedoch als einfaches Mitglied an der Versammlung in der Arena teilnehmen.
Wahlen und Knall-Potenzial auf der Mitgliederversammlung
Die Tagesordnung umfasst drei Wahlgänge: für den Aufsichtsrat, den Wahlausschuss und das Ehrenpräsidium. Im Aufsichtsrat stehen die amtierenden Axel Hefer (49) und Holger Brauner (55) zur Wiederwahl, herausgefordert von Malte Stuckmann (48) und Michael Esken (59). Die letzte Versammlung war von Harmonie geprägt, doch nun kracht es gleich an mehreren Fronten. Der Schalker Fan-Club Verband (SFCV) und einige Ultra-Gruppierungen liegen im Clinch. Der SFCV fürchtet durch einen Satzungsänderungsantrag Einfluss zu verlieren und erhält durch einen neuen Kooperationsvertrag rund 300 Tickets weniger. Die Ultras Gelsenkirchen (UGE) warfen dem SFCV in einem Schreiben „vermehrt aufkommende Unwahrheiten und bewusst veröffentlichte Falschinformationen“ vor.
Wahlempfehlungen der Fangruppen
Erstmals hat der SFCV eine Wahlempfehlung ausgesprochen und seinen Mitgliedern geraten, für die Herausforderer Stuckmann und Esken zu stimmen. Dies sorgte laut BILD für Irritationen im Verein und Verband, da das Vorgehen nicht zur aktuell verbesserten Situation passe. Der Supporters Club hingegen spricht sich klar für Hefer und Brauner aus und betont, es gebe keinen Grund, eine erfolgreiche Vereinsführung auseinanderzureißen. Die organisierten Fans stehen Tönnies feindselig gegenüber; sollte der Antrag auf Redeverbot angenommen werden, könnte dies paradoxerweise seine Wahl ins Ehrenpräsidium begünstigen, während Ultra-Gruppen andernfalls dagegen stimmen würden.
Brisante Satzungsänderungen
Ein zentraler Streitpunkt ist der Antrag von Dennis von Heesen, einem Vorsänger der UGE, der vorsieht, dass der Fanvertreter im Aufsichtsrat künftig gemeinsam vom SFCV, UGE, Supporters Club und I-Block bestimmt wird. Bisher lag die Bestimmung allein beim SFCV, der den Antrag ablehnen will. Ein weiterer Antrag von Teilen des Aufsichtsrats zielt darauf ab, Mitgliedern des Ehrenpräsidiums Äußerungen zu operativen oder internen Angelegenheiten zu untersagen. Kritiker sehen darin den Versuch, Tönnies mundtot zu machen. Der Ex-Patron äußerte sich gegenüber BILD: „Ich bin immer für den gemeinsamen Erfolg und verstehe dieses Vorgehen nicht.“



