Steillagen-Förderung für Frankens Winzer steigt um 50 Prozent
Steillagen-Förderung für Winzer steigt um 50 Prozent

Die bayerische Landesregierung erhöht die Förderung für den Weinbau in Steillagen deutlich. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) kündigte nach einer Kabinettssitzung in München an, dass die Steillagenförderung ab dem Jahr 2027 um 50 Prozent steigen werde. In der höchsten Erschwernisstufe erhalten Winzer künftig 6.000 Euro je Hektar statt bisher 4.000 Euro, wie Weinbaureferent Stephan Schmidt vom Fränkischen Weinbauverband in Würzburg erläuterte.

Handarbeit statt Maschinen

Besonders in den Terrassenlagen ist maschinelle Bewirtschaftung kaum möglich. Die Winzer müssen hier sämtliche Arbeiten per Hand verrichten. Dies verursacht deutlich höhere Kosten als in Flachlagen. Ein Steilhang weist laut Deutschem Weininstitut mindestens 30 Prozent Hangneigung auf. In Deutschland gehören etwa 14 Prozent der Rebfläche – rund 14.000 Hektar – zu den Steillagen. In Franken sind rund 20 Prozent der etwa 6.000 Hektar Rebfläche Steillagen.

Schmidt zufolge erfordern Terrassenlagen im Schnitt 1.000 bis 1.200 Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar. In flacheren Anbauregionen hingegen ist vollmechanisierte Arbeit möglich, bei der Schlepper oder Traubenvollernter eingesetzt werden können. Der Arbeitsaufwand beträgt dort durchschnittlich nur etwa 200 Stunden pro Jahr und Hektar. Der Weinbauverband begrüßte daher die Erhöhung der Erschwerniszulage.

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Drohneneinsatz soll erleichtert werden

Das Kabinett beschloss zudem, den Einsatz von Drohnen im Steillagenweinbau zu erleichtern. Per Drohne könnten Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Derzeit seien die Genehmigungsverfahren noch extrem aufwendig, erklärte Schmidt. Eine Vereinfachung sei wünschenswert.

Herausforderungen: sinkender Konsum und steigende Kosten

Die Weinwirtschaft leidet unter mehreren Problemen. Zum einen sinkt der Alkoholkonsum in Deutschland. Schmidt zufolge stammen nur vier von zehn geleerten Weinflaschen aus Deutschland. Der Marktanteil deutscher Weine sei bundesweit sehr gering. Gleichzeitig steigen die Kosten kontinuierlich, etwa durch Mindestlohnerhöhungen oder gestiegene Spritpreise. „Wir haben zunehmend Betriebe, die ihre Flächen aufgeben“, sagte Schmidt.

Um die Winzer zu unterstützen, plant die Regierung auch einen Innovationsfonds mit 300.000 Euro, der unter anderem Ideen für den Weintourismus fördern soll. Ministerin Kaniber kündigte zudem an, Geld für die Entalkoholisierung bereitzustellen. Alkoholfreier Wein gewinnt an Bedeutung, auch wenn er noch ein Nischenprodukt ist. Frankens größte Winzergemeinschaft GWF aus Kitzingen arbeitet seit April mit einer eigenen Entalkoholisierungsanlage.

Im Weinanbaugebiet Franken werden jährlich rund 400.000 Hektoliter Wein erzeugt. Die Anbaufläche erstreckt sich etwa von Bamberg bis Aschaffenburg.

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