WM-Regeln: DFB-Experte Wagner sieht „große Gefahr“ für Basis
WM-Regeln: DFB-Experte Wagner sieht „große Gefahr“

DFB-Lehrwart Lutz Wagner sieht in der Umsetzung der neuen, bei der Weltmeisterschaft angewandten Fußballregeln „eine große Gefahr“. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter betonte in einem Interview mit „sportschau.de“ die Notwendigkeit eines einheitlichen Regelwerks: „Der Fußball muss für den Fan verständlich sein. Der, der den Fußball an der Basis spielt, muss wissen: Er spielt den gleichen Fußball wie in der Bundesliga oder bei der WM.“ Wagner unterstrich, dass Abweichungen so gering wie möglich gehalten werden müssten, um dem Publikum einen einheitlichen Fußball zu präsentieren.

Positive Effekte bei der Reduzierung von Zeitspiel

Als ausdrücklich positiv bewertete Wagner die Maßnahmen gegen Zeitschinderei. Dazu zählen schnellere Auswechslungen und die Regel, dass ein auf dem Feld behandelter Spieler erst eine Minute nach Verlassen des Platzes zurückkehren darf. Dadurch solle vorgetäuschten Verletzungen entgegengewirkt werden. „Das Verhalten der Spieler hat sich verändert. Die Spieler bleiben nicht mehr so lange liegen und bei Auswechslungen wird sich beeilt. Das hat wirklich gefruchtet“, urteilte der 63-jährige Regelexperte.

Herausforderungen für Schiedsrichter an der Basis

Gleichzeitig wies Wagner auf die Schwierigkeiten im Amateurfußball hin. „Bei der WM geht das wunderbar, aber im Anschluss muss es dann aber auch bis an die Basis umgesetzt werden. Doch was soll der Schiedsrichter in der Kreisliga noch alles tun? Er muss jetzt ständig runterzählen, Countdowns anzeigen, und, und, und.“ Die Belastung für die Unparteiischen sei dadurch noch einmal gestiegen.

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VAR-Eingriffe: Optionale Regelanwendung

Von den erweiterten Eingriffsmöglichkeiten des Videoassistenten (VAR) – etwa bei Gelben Karten und Eckstößen – werde man „nicht alles davon“ im Alltagsfußball sehen, erklärte Wagner. „Die FIFA hat gerade beim Videoassistenten einen Großteil dieser Dinge im optionalen Bereich belassen. Da müssen dann die Verbände wie der DFB oder die UEFA entscheiden, ob sie das übernehmen oder nicht.“ Der DFB werde sich nach der WM „umgehend“ dazu festlegen.

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