Streit um Umbau: Alte Dorfschule und Friedenseiche in Zehlendorf
Streit um Umbau: Alte Dorfschule und Friedenseiche

Der geplante Umbau des alten Schulhauses in Zehlendorf, das heute das Heimatmuseum beherbergt, führt zu einem heftigen Streit. Im Mittelpunkt stehen die 200 Jahre alte Dorfschule und die historische Friedenseiche, die zum sogenannten „Historischen Winkel“ gehören. Die Bezirksverwaltung will das Gebäude behindertengerecht umgestalten, doch Denkmalschützer und Anwohner befürchten negative Auswirkungen auf das Ensemble.

Barrierefreiheit trifft auf Denkmalschutz

Das Heimatmuseum Zehlendorf im alten Schulhaus soll eine Rollstuhlrampe erhalten, um den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen. Der vorgelegte Entwurf des Architekturbüros Ruiken & Vetter sieht eine Rampe vor, die jedoch nach Ansicht von Kritikern das historische Erscheinungsbild des Gebäudes beeinträchtigt. „Die Rampe würde die Symmetrie der Fassade stören und den Charakter des denkmalgeschützten Hauses verändern“, erklärte ein Sprecher des Denkmalschutzamtes.

Die Friedenseiche als weiterer Streitpunkt

Neben der Dorfschule sorgt auch die benachbarte Friedenseiche für Diskussionen. Der Baum, der seit über 150 Jahren an der Ecke steht, gilt als Symbol für den Frieden nach dem Deutsch-Französischen Krieg. Im Zuge der Bauarbeiten könnte die Eiche durch Wurzelbeschädigungen oder veränderte Bodenverhältnisse gefährdet werden. „Die Friedenseiche ist ein lebendiges Denkmal. Wir müssen jeden Eingriff vermeiden, der ihre Standsicherheit gefährdet“, sagte eine Vertreterin der Bürgerinitiative „Historischer Winkel erhalten“.

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Bezirksamt verteidigt Pläne

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hingegen betont die Notwendigkeit der Barrierefreiheit. „Das Museum ist ein wichtiger kultureller Ort, der für alle zugänglich sein muss. Wir haben die Rampe so gestaltet, dass sie sich möglichst unauffällig in das Gesamtbild einfügt“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne). Der Entwurf sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt, und die Friedenseiche werde durch spezielle Schutzmaßnahmen während der Bauarbeiten gesichert.

Kompromissvorschläge und Ausblick

Die Gegner des Umbaus schlagen Alternativen vor, etwa einen separaten Eingang an der Rückseite des Gebäudes oder eine versenkbare Rampe. Das Bezirksamt will die Vorschläge prüfen, hält aber am aktuellen Entwurf fest. Eine endgültige Entscheidung wird in der nächsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung im August erwartet. Bis dahin bleibt die Zukunft des „Historischen Winkels“ ungewiss.

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