Tennis am Rothenbaum: Korpatsch siegt mit Wau-Effekt
Korpatsch siegt mit Hündin Stella am Rothenbaum

Tamara Korpatsch (31) hat bei den „MSC Hamburg Ladies Open“ am Rothenbaum eine dramatische Erstrunden-Partie für sich entschieden. Die deutsche Nummer eins besiegte Victoria Jimenez Kasintseva (20) aus Andorra mit 4:6, 7:5, 1:0 (Aufgabe). Dabei profitierte Korpatsch nicht nur von ihrer kämpferischen Leistung, sondern auch von der Anwesenheit ihrer Hündin Stella, die für den nötigen Ausgleich sorgte.

Korpatsch dreht das Match nach Rückstand

Die Partie begann für die Lokalmatadorin denkbar schlecht. Nach verlorenem ersten Satz lag Korpatsch im zweiten Durchgang bereits mit 1:3 zurück. Doch sie steigerte sich und gewann den Satz noch mit 7:5. Im dritten Satz musste Kasintseva beim Stand von 1:0 für Korpatsch verletzungsbedingt aufgeben. Die Andorranerin hatte bereits gegen Ende des zweiten Satzes ein medizinisches Timeout genommen und sich an der linken Wade behandeln lassen.

„Ich habe gar nicht darauf geschaut, was sie hat, sondern habe mich auf mich konzentriert“, erklärte Korpatsch. „Ich wusste auch gar nicht, was ihr Problem ist. Ich habe sie später in der Umkleide noch mal getroffen und sie hatte wirklich Krämpfe. Sie kam nicht mehr hoch und ich habe ihr ein bisschen geholfen und den Physio geholt.“

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Hündin Stella als emotionaler Rückhalt

Vor ihrem ersten Heimspiel war Korpatsch extrem nervös. „Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt und war auch nicht so mutig“, gestand sie. Um zur Ruhe zu kommen, setzte die 31-Jährige auf den Wau-Effekt – ihre sieben Monate alte Hündin Stella. Der Mischling lag während des Matches in der Spielerinnen-Box unter einem Stuhl und blieb völlig entspannt. „Sie bleibt nur so ruhig und liegt da, weil sie mich nicht sieht“, verriet Korpatsch. „Wenn sie sehen würde, dass ich da ohne sie rumlaufe und sie nicht beachte, dann würde sie laut. Sie will ja mitspielen und im Mittelpunkt stehen.“

In der Verletzungspause von Kasintseva riskierte Korpatsch einen heimlichen Blick zu ihrer Mutter, die Stella betreute: „Da hat meine Mutter sie hinter ihre Beine geschoben, damit sie ein bisschen Schatten hat. Denn es ist wirklich extrem heiß geworden. Da wusste ich, okay, es geht ihr gut. Da war ich beruhigt.“

Nächste Runde: Deutsches Duell gegen Stusek

In der zweiten Runde trifft Korpatsch am Mittwoch im dritten Match des Tages auf die 18-jährige Wildcard-Spielerin Julia Stusek aus Rheinfelden. Es kommt zum deutschen Duell, bei dem erneut tierisches Drama garantiert ist – zumindest wenn Stella wieder mit von der Partie ist.

Noma Noha Akugue erreicht neues Karrierehoch

Ebenfalls erfolgreich war Noma Noha Akugue (22) vom Club an der Alster. Sie besiegte Valentina Steiner (20/Remseck) mit 6:3, 2:6, 6:2 und klettert durch den Einzug in die zweite Runde mindestens auf Rang 136 der Weltrangliste – ihre bisher beste Platzierung. „Am Anfang des Jahres haben wir uns die Quali-Teilnahme bei den Grand Slams als Ziel gesetzt. Und es hat gut funktioniert, mit drei Turnier-Siegen im ersten halben Jahr. Und ich hoffe, dass ich da jetzt anknüpfen und weitermachen kann“, freute sich Noha Akugue. In Runde zwei wartet mit der Ungarin Anna Bondar (29/Nr. 97) eine Angstgegnerin: Gegen die Hamburg-Siegerin von 2024 hat Noha Akugue beide bisherigen Aufeinandertreffen verloren.

Barthel und Niemeier ausgeschieden

Neben Jule Niemeier (26) ist auch Mona Barthel (36/Bad Segeberg) ausgeschieden. Die Bad Segebergerin unterlag Yulia Putintseva (31/Kasachstan) mit 2:6, 6:7. Die „MSC Hamburg Ladies Open“ sind mit 247.674 Euro dotiert und finden auf der Anlage am Rothenbaum statt.

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