Die anhaltende Trockenheit und hohen Temperaturen setzen Baden-Württemberg unter Druck. Feuerwehren und der Landesbauernverband warnen vor einer erhöhten Brandgefahr auf ausgedörrten Wiesen und Feldern. Allein in Baden-Baden mussten die Einsatzkräfte am vergangenen Wochenende 23 Mal ausrücken, darunter mehrfach wegen Flächen- und Vegetationsbränden, wie die Feuerwehr mitteilte.
Kleine Unachtsamkeit, große Folgen
„Bereits eine kleine Unachtsamkeit kann unter den derzeitigen Bedingungen weitreichende Folgen haben“, warnte die Feuerwehr Baden-Baden. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, Grillverbote einzuhalten und im Wald auf das Rauchen zu verzichten. Die Trockenheit macht die Landschaft extrem anfällig für Brände.
Feuerwerkskörper und heiße Maschinen als Brandursachen
In Geislingen (Kreis Göppingen) waren mutmaßlich von Kindern geworfene Feuerwerkskörper die Ursache für einen Ackerbrand. Das Feuer erfasste etwa 50.000 Quadratmeter eines bereits abgeernteten Feldes in Ortsrandlage. Die Feuerwehr löschte den Brand, die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.
In Aalen geriet am Sonntag eine Feldfläche von rund 40.000 Quadratmetern in Brand. Ersten Einschätzungen der Polizei zufolge hatte vermutlich eine Ballenpresse Feuer gefangen. Bei Böblingen brannten an einer Bundesstraße noch nicht abgeerntete Getreidefelder auf einer Fläche von etwa vier Hektar. In Überlingen brannten 2.000 Quadratmeter Feld, mutmaßlich ebenfalls aufgrund einer überhitzten Ballenpresse. Die Feuerwehr berichtete, dass sich das Feuer wegen der Trockenheit und des leichten Windes schnell ausgebreitet habe.
Bauernverband warnt vor Risiken
Heiß gelaufene landwirtschaftliche Maschinen können ganze Felder entzünden, warnte der Landesbauernverband. Das Risiko von Bränden auf Feldern und anderen landwirtschaftlichen Flächen sei in Wochen mit großer Hitze und wenig Regen besonders hoch. Allerdings würden keine landesweiten Zahlen zu Flächenbränden erhoben, wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt FVA mitteilte.
Wetteraussichten: Gewitter in Sicht
Der Waldbrandgefahrenindex sowie der Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bleiben für weite Teile des Südwestens weiterhin hoch. Im Laufe der Woche sind jedoch Gewitter angekündigt, die die Gefahr von Bränden auf offenen Flächen und Feldern zumindest reduzieren könnten. Bis dahin appellieren die Behörden an die Vernunft der Bürger und Landwirte, um weitere Brände zu vermeiden.



