Ein heftiges Unwetter mit Hagel hat am frühen Morgen in Reutlingen für überflutete Straßen gesorgt. Der Winterdienst musste ausrücken, um die Hagelmassen zu beseitigen – ein ungewöhnlicher Einsatz mitten im Sommer.
Hagel und Starkregen über Reutlingen
In den frühen Morgenstunden zog eine Superzelle über die Stadt Reutlingen in Baden-Württemberg. Begleitet von Starkregen und Hagel verwandelten sich Straßen in reißende Bäche. Der Hagel türmte sich stellenweise bis zu 30 Zentimeter hoch, wie die Feuerwehr mitteilte.
Die Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume zu beseitigen. Besonders betroffen waren die Stadtteile Betzingen und Ohmenhausen, wo die Feuerwehr zu mehr als 50 Einsätzen ausrückte.
Winterdienst unverhofft im Sommer gefordert
Der Winterdienst der Stadt Reutlingen wurde alarmiert, als die Hagelmassen die Straßen unpassierbar machten. Mit Räumfahrzeugen wurden die Hagelberge von den Fahrbahnen geschoben. „So etwas haben wir im Sommer noch nie erlebt“, sagte ein Sprecher des Winterdienstes. „Normalerweise rücken wir bei Schnee und Eis aus, aber heute waren es Hagelkörner.“
Die Aufräumarbeiten dauerten bis in den Vormittag an. Die Stadtverwaltung rief die Bürger auf, Keller und Tiefgaragen zu kontrollieren und überflutete Bereiche zu meiden.
Superzelle: Ursache des extremen Wetters
Meteorologen erklärten, dass eine sogenannte Superzelle das Unwetter verursacht habe. Diese Gewitterform zeichnet sich durch eine rotierende Aufwindzone aus und kann extreme Niederschläge und großen Hagel hervorbringen. „Superzellen sind selten, aber wenn sie auftreten, können sie verheerende Schäden anrichten“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes.
Die Hagelkörner erreichten einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern, was zu erheblichen Schäden an Autos und Gebäuden führte. Die Polizei meldete zahlreiche beschädigte Fahrzeuge und zerbrochene Fensterscheiben.
Folgen des Unwetters
Der starke Regen führte zu Überschwemmungen in mehreren Stadtteilen. Die Feuerwehr pumpte Keller und Unterführungen aus. Auch die Feuerwehr Reutlingen war mit über 100 Einsatzkräften im Einsatz. „Es war eine der größten Unwettereinsätze der letzten Jahre“, so ein Feuerwehrsprecher.
Der öffentliche Nahverkehr war zeitweise unterbrochen, da Straßen unpassierbar waren. Die Stadtwerke Reutlingen arbeiteten daran, die Verkehrswege schnellstmöglich zu räumen. Bis zum Mittag normalisierte sich die Lage langsam.



