München gedenkt der Opfer des OEZ-Anschlags mit Bundespräsident Steinmeier
München erinnert an den zehnten Jahrestag des rassistisch motivierten Attentats am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ). Am 22. Juli 2016 tötete ein 18-Jähriger neun Menschen und verletzte weitere, bevor er sich selbst erschoss. Zum Jahrestag spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Denkmal am Tatort. Zudem sind Reden von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und Hinterbliebenen der Opfer angekündigt.
Schweigeminute um 17:51 Uhr – gesamter Nahverkehr hält inne
Punkt 17:51 Uhr, dem Zeitpunkt der Tat, steht München still. Mit einer Schweigeminute wird der Opfer gedacht. U-Bahnen, Trams und Busse unterbrechen für eine Minute den Betrieb. Ministerpräsident Markus Söder ordnete für alle staatlichen Dienstgebäude in Bayern Trauerbeflaggung an. Die Initiative München-erinnern, gegründet von Angehörigen, Überlebenden und Unterstützern, kritisiert, dass das rechtsextreme Motiv der Tat lange ignoriert oder bagatellisiert wurde.
Rechtsextremes Motiv erst 2019 offiziell anerkannt
Die Ermittlungsbehörden sprachen zunächst von einem Amoklauf eines Einzeltäters. Dabei wies bereits das Datum auf die rechte Gesinnung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, hatte der norwegische Rassist Anders Behring Breivik 77 Menschen getötet. Erst im Oktober 2019 stuften die Ermittler die Tat am OEZ als rechtsextremistisch motiviert ein. Hinterbliebene fordern nun einen Untersuchungsausschuss, um zu klären, ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn Hinweise aus dem Umfeld des Täters ernst genommen worden wären. Zudem solle geprüft werden, ob erneut ermittelt werden müsse, um mögliche Hintermänner und rechte Netzwerke aufzudecken.
Größter Wunsch der Angehörigen: Wiederholung verhindern
„Der größte Wunsch der Angehörigen ist, dass sich eine solche Tat nicht wiederholt“, erklärte die Initiative München-erinnern. „Niemand solle erleben, was sie erlebt hätten.“ Die Stadt München gedenkt der neun Todesopfer: acht Jugendliche und eine erwachsene Frau. Das Gedenken am zehnten Jahrestag soll auch ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus setzen.



