In Bayern leben rund 260.700 Schafe – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Das geht aus Zahlen des Landesamts für Statistik in Fürth hervor, die landwirtschaftliche Betriebe mit mindestens 20 Schafen berücksichtigen. Allerdings ist der Bestand im Freistaat zuletzt gesunken: Zum Stichtag 3. November 2025 waren es 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr.
Insgesamt wurden rund 2.120 schafhaltende Betriebe gezählt, 30 weniger als im Jahresvergleich. Auf jeden Betrieb entfielen durchschnittlich 123 Schafe, vier weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2015 gab es zuletzt rund vier Prozent weniger Schafe, die Zahl der Betriebe nahm um sechs Prozent ab. Gründe für die Entwicklung wurden nicht genannt, leichte Schwankungen seien üblich.
Der Geschäftsführer des Landesverbands, Martin Bartl, betonte kürzlich, dass die Schafhalter in Bayern unter Druck stünden. Die Blauzungenkrankheit habe in den vergangenen Jahren zum Tod einiger Tiere geführt. Zudem liege das Durchschnittsalter von Schafhaltern im Vollerwerb bei „Ende 50, Anfang 60“. Viele gingen in Rente, was einen großen Umbruch darstelle.
Während Halter mit großen zusammenhängenden Weideflächen etwa im Altmühltal leichter eine Nachfolge fänden, werde es bei Betrieben mit kleinen, oft weit auseinander liegenden Flächen schwieriger. „Es ist aufwendig, die Herde dann von A nach B zu bringen“, so Bartl.
Schafhaltung sei allein durch die Vermarktung von Produkten wie Wolle, Milch oder Fleisch nicht kostendeckend. Deshalb sei man auf staatliche Unterstützung angewiesen, etwa durch Geld aus der Landschaftspflege.



