Angesichts der Rekord-Tiefstände in den bayerischen und deutschen Gasspeichern fordern die Grünen einen Bericht von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Landtag. Der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Martin Stümpfig, betonte die Notwendigkeit von Transparenz zur Versorgungslage und einer Strategie, um Versorgungssicherheit zu schaffen und kostspielige Gasabhängigkeiten abzubauen.
Im bundesweiten Vergleich sind die bayerischen Erdgasspeicher besonders leer. Der Füllstand von rund 20 Prozent liegt erheblich unter dem Niveau der Vorjahre. Der Gasspeicher in Wolfersberg beinhaltete Ende Januar nur noch fünf Prozent und steht kurz vor einem Leerstand. Ende Januar 2025 waren es noch 30 Prozent, wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht.
Stümpfig kritisierte das Fehlen wirksamer Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene zur Stabilisierung der Situation. Die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 durch die neue Bundesregierung habe ein zentrales Instrument zur Absicherung der Speicherbefüllung aufgegeben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche habe es versäumt, frühzeitig Gas einzukaufen und einzuspeichern.
Die Folge sei ein weiteres Leerlaufen der Gasspeicher und eine wachsende Abhängigkeit von importiertem Flüssiggas (LNG). Diese Entwicklung stehe im Widerspruch zu den Zielen von Klimaschutz, Resilienz und Energieunabhängigkeit. Die Bundesnetzagentur sieht dagegen in den historisch niedrigen Füllständen keinen Grund zur Sorge, da weiterhin genug Gas über Pipelines oder LNG-Terminals ankomme.



