Hagel so groß wie Golfbälle: Unwetter in Bayern fordert tausende Einsätze
Hagel so groß wie Golfbälle: Unwetter in Bayern

Nach einem schwülen Wochenstart haben schwere Gewitter mit golfballgroßen Hagelkörnern, Orkanböen und Starkregen Teile Bayerns heimgesucht. Besonders betroffen war der Großraum Nürnberg, wo die Feuerwehr zu über 1.000 Einsätzen ausrückte. Die Integrierte Leitstelle Nürnberg verzeichnete innerhalb von fünf Stunden rund 3.000 Notrufe – eine noch nie dagewesene Zahl, wie die Feuerwehr mitteilte.

Ausnahmezustand in Mittelfranken

Am Dienstagabend traf die Extremwetterlage vor allem die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie die Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt. Die Einsatzkräfte kämpften gegen umgestürzte Bäume, überflutete Straßen, abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller. Mehrere Menschen wurden verletzt, einige von Bäumen eingeklemmt. Insgesamt waren rund 3.000 Kräfte im Einsatz, darunter auch alarmierte Mitarbeiter im Ruhestand, die bei der Annahme der Notrufe halfen.

Flugbetrieb eingestellt, Zug entgleist

Der Nürnberger Flughafen stellte vorübergehend den Flugbetrieb ein. Drei Flüge wurden umgeleitet, vier weitere verspäteten sich. Einsatzkräfte beseitigten umgestürzte Bäume und kümmerten sich um Dach- und Wasserschäden. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt überfuhr ein Regionalzug einen Baumstamm, der auf die Gleise gefallen war. Der Vorfall ereignete sich bei Kalchreuth auf der Strecke vom Bahnhof Nürnberg Nordost in Richtung Eschenau. Der Zug wurde beschädigt und musste stoppen; die 25 bis 30 Reisenden wurden in einen Schienenersatzverkehr umgeleitet, so ein Bundespolizeisprecher.

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Weitere Gewitter am Mittwoch erwartet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte auch für Mittwoch vor schweren Gewittern, vor allem in Oberbayern und Schwaben. Örtlich seien Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern, Orkanböen und Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter möglich. In der Nordhälfte Bayerns wurden nur vereinzelte Schauer erwartet. Die Temperaturen bleiben sommerlich: In der Südhälfte werden Höchstwerte von 25 bis 29 Grad prognostiziert, in Unterfranken westlich des Spessarts sogar bis zu 30 Grad. Am Donnerstag soll es im Norden wieder mehr Sonne geben, im Süden zumindest ein Wechsel aus Sonne und Wolken.

Zweitblitzreichster Tag des Jahres

Der Dienstag war in Bayern der zweitblitzreichste Tag des Jahres 2026. Laut Daten des Blitz-Informationsdienstes Aldis/Blids wurden 2.312 Wolke-Erde-Blitze gezählt. Nur am 29. Juni gab es mit 2.577 Einschlägen mehr. Die Zählung erfasst nur sogenannte Flashes – flackernde Blitze werden als ein einziger Blitz gewertet.

Schulen bleiben geschlossen

Die Folgen des Unwetters waren auch am Mittwoch noch spürbar: An der Grundschule Röthenbach an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land fiel der Präsenzunterricht wegen Windbruchs und umgestürzter Bäume aus, wie das Kultusministerium mitteilte.

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