Der Münchner Tierpark Hellabrunn darf sich auf Nachwuchs bei den Asiatischen Elefanten freuen. Elefantenkuh Temi, die bereits mehrfach Mutter wurde, ist erneut trächtig. Der Geburtstermin wurde nach Blut- und Urinproben auf August 2027 berechnet, wie der Zoo am Dienstag mitteilte. Es wäre der erste Zuwachs in der Hellabrunner Elefantenherde seit dem Tod des Bullen Otto im Juni 2025, der an einem Herpes-Virus gestorben war.
Neue Dynamik nach schwieriger Phase
Der Verlust von Otto hatte die Gruppe der fünf verbliebenen Elefanten durcheinandergebracht. „Das war nicht immer harmonisch“, erklärte eine Sprecherin des Tierparks. Die Kühe mussten zeitweise getrennt werden, um Konflikte zu vermeiden. Inzwischen habe sich die Lage aber entspannt. Die Tierpfleger hätten Wege gefunden, die Annäherung der Tiere zu fördern. Die erneute Schwangerschaft von Temi könnte die Gruppendynamik nun erneut beeinflussen, da sich ihr Hormonhaushalt verändert. Im Zoo ist man dennoch optimistisch: „Nach den Herausforderungen des vergangenen Jahres in der Elefantengruppe freuen wir uns sehr über diese Entwicklung“, sagte Tierparkdirektor Rasem Baban.
Hintergrund: Ottos Tod und die Folgen
Der Bulle Otto war Temis Zweitgeborenes und im Juni 2025 an dem für Elefanten gefährlichen Herpesvirus gestorben. Die Erkrankung trat trotz intensiver tierärztlicher Betreuung ein. Asiatische Elefanten gelten als bedrohte Art, der Bestand in Zoos wird durch koordinierte Zuchtprogramme gestützt. In Hellabrunn leben nach der Tragzeit von rund 22 Monaten dann wieder sechs Elefanten. Der Park bereitet sich nun auf die besonderen Anforderungen der Trächtigkeit und die Zeit nach der Geburt vor. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Herde zusammenbleiben kann oder ob weitere Trennungen nötig werden.



