Nach der Messerattacke in Schongau hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Mitschülern der Opfer eine offizielle Ehrung in Aussicht gestellt. „Da wird es sicherlich auch von unserer Seite eine staatliche Anerkennung geben – Rettungsmedaillen oder ähnliches mehr“, sagte der CSU-Chef im Interview mit Antenne Bayern. Das beherzte Eingreifen der Jugendlichen, die mit ihren eigenen T-Shirts Druckverbände anlegten und so wahrscheinlich einem der Mädchen das Leben retteten, bezeichnete Söder als „unglaublich beeindruckend“.
Hintergründe der Tat und Ermittlungen
Am 8. Juli waren zwei 13-jährige Mädchen auf dem Schulgelände in Schongau mit einem Messer schwer verletzt worden. Mitschüler leisteten umgehend Erste Hilfe, indem sie aus ihren Kleidungsstücken provisorische Druckverbände herstellten. Dadurch konnte der Blutverlust eines der Opfer gestoppt werden. Der mutmaßliche Täter, ein 16-jähriger Kroate, wurde von Lehrkräften und Polizeibeamten überwältigt. Eines der verletzten Mädchen konnte knapp zwei Wochen nach der Tat aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Gegen den Jugendlichen wird unter anderem wegen versuchten Mordes ermittelt. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittler sehen Hinweise auf ein extremistisches Motiv, weshalb die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen übernommen hat. Bereits im Jahr 2025 soll der Beschuldigte Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben. Nach der Tat wurden ein Messer, eine Pistole sowie Munition sichergestellt. Die Schusswaffe wurde eigenen Angaben zufolge im Darknet erworben. Der 16-Jährige soll einen Schuss abgegeben haben, die Pistole versagte jedoch.
Reaktionen und Bedeutung der Zivilcourage
Der Vorfall hat in der Öffentlichkeit große Betroffenheit ausgelöst. Ministerpräsident Söder betonte die Bedeutung der Zivilcourage der Schüler: „Dass Mitschülerinnen und Mitschüler geholfen haben, Leben zu retten, ist unglaublich beeindruckend.“ Die geplanten Rettungsmedaillen sollen ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für den selbstlosen Einsatz sein. Die Schule in Schongau hat inzwischen ein Krisenteam eingerichtet, um die betroffenen Schüler und Lehrer psychologisch zu betreuen.



