In den vergangenen 25 Jahren wurden in Sachsen-Anhalt 56 Neugeborene anonym in Babyklappen abgelegt. Das teilte das Landesverwaltungsamt in Halle mit. In einigen Jahren blieb das Angebot sogar ungenutzt.
Seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2001 wurden bis Ende 2023 insgesamt 56 Kinder auf diesem Weg abgegeben. Die höchste Zahl wurde 2010 mit acht Säuglingen registriert. 2024 und 2025 waren es jeweils drei Neugeborene.
Aktuell gibt es in Sachsen-Anhalt zwei Babyklappen in Magdeburg und Halle. In Dessau-Roßlau gibt es das Angebot nicht mehr. Babyklappen ermöglichen es Müttern, ihren Säugling unerkannt in ein Wärmebettchen mit Sensor hinter einer Stahlklappe zu legen.
Deutschlands erste Babyklappe wurde am 8. April 2000 in Hamburg in Betrieb genommen. Bundesweit gibt es schätzungsweise 70 bis 100 solcher Hilfsangebote. Eine zentrale Statistik existiert aufgrund unterschiedlicher Träger nicht.
Seit 2001 werden in Sachsen-Anhalt auch anonyme Geburten erfasst. Bislang waren es 88, allein im vergangenen Jahr vier. Anonyme Geburten finden oft außerhalb medizinischer Einrichtungen statt. Zudem gibt es die vertrauliche Geburt, die seit 2015 55 Mal genutzt wurde. 2025 gab es neun vertrauliche Geburten.
Die vertrauliche Geburt soll anonyme Geburten außerhalb von Kliniken vermeiden und die Gesundheit von Mutter und Kind schützen. In der Regel werden die Kinder in Adoptivfamilien vermittelt. Von den 16 Kindern des vergangenen Jahres leben 15 in Adoptionspflege.



