Abdul Ballout: CSD-Attentäter soll IS-Sympathisant sein
Abdul Ballout: CSD-Attentäter IS-Sympathisant

Abdul Ballout, der mutmaßliche Täter der Todesfahrt am Christopher Street Day (CSD) in Berlin, wird weiter mit Hochdruck gesucht. Hunderte Polizisten, Spezialeinsatzkommandos und die GSG 9 fahnden nach dem 21-Jährigen. Die Ermittler stufen ihn als möglicherweise bewaffnet und gefährlich ein. Nach aktuellen Erkenntnissen sympathisiert Ballout mit der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS).

Die Suche und der Tathergang

In der Nacht zu Sonntag steuerte ein Angreifer einen weißen Kleinbus in die Besuchermenge am Rande des CSD. Eine Frau starb, 16 Menschen wurden verletzt, drei von ihnen lebensbedrohlich. Zudem sollen Passanten mit Stichwaffen attackiert worden sein – die genauen Umstände sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Seit 6 Uhr am Sonntag wird öffentlich nach Abdul Ballout gefahndet. Er wurde zuletzt in einer Wohnung in der Bissingzeile in Tiergarten vermutet, die Beamten stürmten die Räume, fanden ihn jedoch nicht. Auch die Wohnung seiner Schwester in Neukölln/Treptow wurde erfolglos durchsucht. Die GSG 9 durchkämmte den Anhalter Bahnhof.

Wer ist Abdul Ballout?

Ballout wurde 2005 in Berlin geboren. Seine Eltern stammen aus dem Libanon. Seine Meldeadresse liegt in der Bissingzeile, nur 15 Gehminuten vom Tatort entfernt. Der Nachname Ballout ist auf dem Klingelschild mit Tesa-Film befestigt, direkt neben dem Namen C. – einer weit verzweigten libanesischen Familie, die teils dem Clan-Milieu und der Hisbollah zugerechnet wird. Die Hisbollah ist ein erbitterter Feind des IS. Möglicherweise war Ballout dort Untermieter.

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Bereits vor der Tat war Ballout polizeibekannt: wegen Körperverletzung und Raubes. Er wurde der islamistischen Szene zugeordnet. Nach Angaben der Polizei soll er nicht angesprochen werden: „Wer Ballout treffe, solle ihn auf keinen Fall ansprechen. Der Gesuchte ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich.“

Vergangene Verurteilung und IS-Kontakte

Im Jahr 2025 versuchte Ballout, nach Syrien auszureisen, wurde im Libanon festgenommen und drei Monate inhaftiert. Als deutscher Staatsbürger wurde er nach Deutschland zurückgeführt und kam in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft forderte wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat knapp drei Jahre Freiheitsstrafe. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte Ballout im Mai 2026 jedoch zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung. Als Auflage musste er an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen. Laut Medienberichten ist sein nächster Termin am Montag. Zumindest zeitweise wurde Ballout als Gefährder überwacht, sein Telefon – das die Ermittler im Anschlagsauto fanden – möglicherweise ebenfalls.

Ermittlungen und Hintergründe

Die Ermittler gehen davon aus, dass Ballout mit dem IS sympathisiert. Die Verbindung zur Hisbollah-affinen Familie C. wirft Fragen auf, da beide Gruppen im Syrienkrieg gegeneinander kämpften. Die Polizei durchsuchte auch die Wohnung seiner Schwester, blieb jedoch erfolglos. Die Fahndung läuft bundesweit, die Bevölkerung ist zur Wachsamkeit aufgerufen. Die Hintergründe der Tat werden weiter aufgeklärt.

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