Forschungsprojekt der Uni Potsdam: 2,5 Mio. Euro für Kampf gegen Desinformation
2,5 Mio. Euro für Kampf gegen Desinformation an Uni Potsdam

Ein neues Forschungsprojekt der Universität Potsdam soll die Handlungsfähigkeit von Behörden im Kampf gegen Desinformation in digitalen Medien stärken. Das Projekt „BOSNET – Behördenübergreifende Informationsbewertung und Austausch von Wissen im Umgang mit Desinformation“ wird mit 2,5 Millionen Euro gefördert, wie die Universität mitteilte. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“.

KI-basiertes Analysemodul und Vernetzungsplattform geplant

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Entwicklung eines KI-basierten Analysemoduls, das die Erkennung von Desinformation unterstützen soll. Zudem ist ein Vernetzungsmodul vorgesehen, um das Entlarven und Widerlegen von Falschinformationen zu koordinieren. Eine gemeinsame Wissensdatenbank soll Informationen und Strategien jederzeit abrufbar halten. Die Forschenden wollen damit Behörden und Organisationen in die Lage versetzen, gezielt auf Verdachtsfälle zu reagieren.

Kooperation mit mehreren Hochschulen und Praxispartnern

Unter der Leitung des Potsdamer Wirtschaftsinformatikers Stefan Stieglitz kooperiert die Universität Potsdam mit den Universitäten Köln und Bamberg sowie dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Als Wirtschaftspartner ist die Virtimo AG beteiligt. Das Technische Hilfswerk (THW) fungiert als Behördenpartner und bringt praktische Erfahrungen aus dem Einsatz ein.

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Ziel: Vertrauen in staatliche Institutionen stärken

Projektleiter Stefan Stieglitz betont die gesellschaftliche Relevanz des Vorhabens: „Das Projekt leistet einen Beitrag zur Stärkung des Vertrauens in staatliche Institutionen und greift aktuelle Debatten zu KI-generierter Desinformation, Deepfakes und koordinierten Kampagnen in sozialen Netzwerken auf. Durch praxisnahe Lösungen für Sicherheitsbehörden wollen wir nicht zuletzt die öffentliche Diskussion über den Umgang demokratischer Gesellschaften mit digitaler Desinformation bereichern.“

Das Förderprogramm „Vertrauen in Demokratie und Staat“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen. Es adressiert die wachsende Bedrohung durch Desinformation, die gezielt Vertrauen in demokratische Prozesse und Institutionen untergräbt. Mit BOSNET sollen nun konkrete Werkzeuge und Strukturen geschaffen werden, um dieser Herausforderung zu begegnen.

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