Der Brand auf der mittelalterlichen Runneburg in Weißensee (Thüringen) ist Ermittlungsergebnissen zufolge vermutlich auf einen technischen Defekt an einer Stromleitung zurückzuführen. Die Polizei teilte mit, dass die Brandausbruchsstelle in einem ungenutzten Lagerraum in einem früheren Küchengebäude zwischen Palasturm und Wagenhaus lokalisiert wurde.
Die Leitung sei wahrscheinlich zuvor durch Nagetiere beschädigt worden. In der Folge kam es laut Polizei zu einem über mehrere Tage andauernden Schwelbrand im alten Gebälk einer Zwischendecke, bevor das Feuer auf das Gebäude übergriff. Hinweise auf Brandstiftung ergaben die Ermittlungen nicht.
Das erstmals im 15. Jahrhundert erwähnte Küchenhaus wurde bei dem Brand in der Nacht zum Donnerstag zerstört. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf den benachbarten Palasturm verhindern. Von der alten Küche stehen nur noch die Umfassungsmauern, die Holzkonstruktion wurde vernichtet.
Die Burg aus dem 12. Jahrhundert gilt als wertvolles Kulturdenkmal und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen romanischer Baukunst in Deutschland. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bezeichnet sie als „kleine Schwester“ der Wartburg. Die konkrete Schadenshöhe konnte die Stiftung bislang nicht beziffern.



