Das europäische Weltraumteleskop „Euclid“ hat eine der detailliertesten Aufnahmen des inneren Bereichs der Milchstraße geliefert. Laut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zeigt das Bild mehr als 60 Millionen Sterne im Herzen unserer Galaxie, darunter Sternenhaufen und kosmische Nebel. Es handelt sich um das größte und detaillierteste Foto des Milchstraßenzentrums im sichtbaren Licht.
Aufnahme des Bulge
Die ESA teilte mit, dass „Euclid“ die sogenannte Bulge-Zone Ende März 2025 für etwa 26 Stunden ins Visier genommen habe. Der Bulge im Zentrum der Milchstraße ist besonders hell und beherbergt vorwiegend ältere und kühlere Sterne. Die Kamera des Teleskops ist empfindlich genug, um einzelne Sterne abzubilden. Das endgültige Bild setzt sich aus neun Einzelaufnahmen zusammen; für die Farbgebung wurden Aufnahmen eines weiteren Teleskops hinzugezogen.
Hilfe bei der Exoplaneten-Suche
Die Beobachtungen könnten Forschenden helfen, die Existenz von Exoplaneten zu bestätigen und deren Masse zu bestimmen. Exoplaneten sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die andere Sterne umkreisen. Erstmals wurden solche Himmelskörper 1995 entdeckt; seitdem wurden mehrere Tausend identifiziert. Die detaillierte Sternenkarte des Bulge soll es ermöglichen, durch Mikrolinsen-Effekte Planeten aufzuspüren.
Mission Euclid
Die Sonde „Euclid“ startete im Sommer 2023 zur Erforschung dunkler Materie und dunkler Energie ins All. Ihr Herzstück ist ein hochauflösendes Teleskop mit zwei Kameras: eine für den sichtbaren Wellenlängenbereich und eine für den Nah-Infrarotbereich. Diese sollen die Formen von Galaxien abbilden beziehungsweise die Entfernung von Galaxien bestimmen. Die ESA will so einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung der letzten zehn Milliarden Jahre erforschen. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden Galaxien gesammelt und eine 3D-Karte des Alls erstellt werden, bei der die Zeit als zusätzliche Dimension dient.



