Die Rettungsaktion für den in der Ostsee umherirrenden Buckelwal sorgt für Kontroversen. Während das Tier nach seiner Freilassung im Skagerrak verschwunden ist, meldet die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf Tierärztin Kirsten Tönnies, dass der angebrachte Peilsender Signale sende. Dies deute darauf hin, dass der Wal zum Atmen an die Wasseroberfläche komme.
Das Meeresmuseum in Stralsund fordert hingegen Daten und hält den Tod des Wals für wahrscheinlich. Die private Rettungsinitiative hatte den Wal Ende April in einem Lastkahn von der Wismarer Bucht in die Nordsee transportiert. Am 2. Mai verließ das Tier den Kahn im Skagerrak.
Kritik kommt von den Geldgebern Karin Walter-Mommert und Walter Gunz. Sie sprechen von "nicht abgestimmten Handlungen" und fordern Konsequenzen für die Eigner der beteiligten Schiffe. Tierärztin Tönnies bemängelt, dass die Besatzung des Schleppers "Robin Hood" Teile des Rettungsteams ausgeschlossen habe.
Die Bereederungsgesellschaft der "Robin Hood" verteidigt die Aktion: Die Freisetzung sei in Abstimmung mit Walexperte Jeff Foster erfolgt, unter Berücksichtigung der Schiffssicherheit und des Wohls des Wals. Das Tier sei zuvor durch Seegang wiederholt gegen die Wände der Barge gestoßen.
Umweltschützer äußern Zweifel am Erfolg der Rettung. Greenpeace-Experte Thilo Maack schätzt die Überlebenschancen als minimal ein, da der Wal in einer stark befahrenen Schiffsroute ausgesetzt wurde. Meeresbiologe Fabian Ritter betont, eine Rettung sei erst gegeben, wenn der Wal über Tage normales Verhalten zeige.
Derweil sind die Schiffe der Rettungsaktion zurück in Deutschland. Der Schlepper "Robin Hood" erreichte am Montag die Kieler Förde, die Barge "Jürgen" soll nach Hamburg gebracht werden. Unklar bleibt, ob der Wal überlebt hat.



