Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben angekündigt, dass die neue 50-Meter-Tram Urbanliner nach jahrelanger Verzögerung im Sommer 2025 in den Fahrgastbetrieb gehen soll. Der Urbanliner soll die angespannte Situation auf der Linie M4 entlasten. Ursprünglich war der Start für Februar 2025 geplant, doch ein Event mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner wurde kurzfristig abgesagt.
Hintergrund der Verzögerung waren Uneinigkeiten mit der Zulassungsbehörde. BVG-Chef Henrik Falk räumte ein, dass die Verantwortung bei der BVG liege: „Das muss die BVG auf ihre Kappe nehmen.“ Zwischen der BVG und der Zulassungsbehörde sei nicht präzise genug abgestimmt gewesen, mit welchem Belastungsszenario die Zulassung am Alexanderplatz vorgenommen wird.
Falk betonte jedoch, dass die Fahrzeuge grundsätzlich auf der Infrastruktur fahren könnten. Für den Einsatz auf der M4 seien nur kleine Baumaßnahmen nötig: Auf dem Bahnsteig der U2 werden in den kommenden Wochen zwei Stützen zur Stabilisierung eines Trägers eingebaut, eine weitere im Bereich der U5. Die Kosten dafür schätzt Falk auf rund 150.000 Euro.
Der Urbanliner, gebaut von Alstom, bietet Platz für 312 Fahrgäste, davon 92 Sitzplätze. Für die Belastungsberechnungen wurde angenommen, dass maximal 6,7 Menschen pro Quadratmeter in der Bahn stehen. Falk erklärte, dass dies nichts mit der Realität zu tun habe, sondern die Belastungsgrenzen der Infrastruktur betreffe. Solche Nachrüstungen seien nicht ungewöhnlich.
Alstom hat bereits fünf Fahrzeuge an die BVG geliefert, bis Ende 2025 sollen es 15 sein, bis 2028 dann 30. Dann könnte die BVG den gesamten Verkehr auf der M4 mit dem Urbanliner betreiben. Auf welchen weiteren Strecken das Modell eingesetzt wird, ist noch offen, Falk deutete aber an, dass er vor allem an die mit M gekennzeichneten Tramlinien denkt. Einen genauen Starttermin im Sommer nannte er nicht.



