Hitlers Flugzeugträger „Graf Zeppelin“: Das Wrack in der Ostsee
Hitlers Flugzeugträger „Graf Zeppelin“: Das Wrack in der Ostsee

In der Ostsee, die bei Tauchern als „Meer der Wracks“ bekannt ist, liegt in 80 Metern Tiefe ein besonderes Relikt des Zweiten Weltkriegs: der Flugzeugträger „Graf Zeppelin“. Das Schiff war Adolf Hitlers einziger Flugzeugträger und wurde nie in Betrieb genommen. 1947 versenkten die Sowjets das Wrack auf der Position 55°31'03" Nord, 18°17'09" Ost.

Lange galt die „Graf Zeppelin“ als verschollen. Erst 2006 entdeckten polnische Ölsucher das Wrack per Sonar. Ein Expeditionsteam tauchte im Sommer 2017 zu dem Schiff hinab und filmte es mit ausgefeilter Technik. Die Aufnahmen werden in der Dokumentation „Hitlers Superschiff – Expedition in der Ostsee“ gezeigt, die am 17. Dezember 2017 um 21:50 Uhr auf dem Pay-TV-Sender SPIEGEL Geschichte ausgestrahlt wird.

Das Wrack ist hervorragend erhalten. Es ruht leicht nach rechts geneigt auf dem Grund, und die Planken des Decks sind noch erkennbar. Darunter befinden sich die Hangars für die etwa 40 Flugzeuge, die auf dem Schiff stationiert werden sollten, darunter Messerschmitt-Jäger und Junkers-Sturzkampfbomber. Die Geschütze wurden bereits von den Deutschen abmontiert und in Norwegen in Stellung gebracht.

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Der Bau der „Graf Zeppelin“ begann 1935 nach einem Auftrag der deutschen Marine. Das Schiff war 262,5 Meter lang und 36 Meter breit, mit einer 200.000-PS-Maschine sollte es bis zu 63 km/h schnell werden. Die Kosten beliefen sich auf 93 Millionen Reichsmark. Trotz Bedenken von Marineoffizieren, die den Träger als teuer und verletzlich ansahen, wurde das Projekt vorangetrieben.

Die „Graf Zeppelin“ sollte einen Flottenverband schützen, der um Schottland herum operieren und britische Konvois angreifen sollte. Doch das Schiff wurde nie fertiggestellt oder eingesetzt. Es gilt als Symbol für Größenwahn und ideologische Verblendung des NS-Regimes.

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