Nach dem tragischen Tod eines vierjährigen Mädchens in Drosa (Sachsen), das vom American Staffordshire Terrier der eigenen Familie getötet wurde, fordert die Autorin ein flächendeckendes Haltungsverbot für sogenannte Kampfhunde. Sie argumentiert, dass die Zucht dieser Hunde zwar in einigen Bundesländern verboten oder stark eingeschränkt sei, die Tiere aber weiterhin in ganz Deutschland gehalten würden – mit immer wieder schweren und tödlichen Beißvorfällen.
Hintergrund: Seit Jahrzehnten steigende Gefahr
Bereits am 26. Juni 2000 zerfleischten zwei Pitbull-Mischlinge auf einem Hamburger Schulhof den sechsjährigen Volkan. Die damalige Empörung führte zu neuen Gesetzen und Regelungen, die jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfielen. Über ein Vierteljahrhundert später zeigen Statistiken, etwa aus Nordrhein-Westfalen, dass sogenannte Listenhunde überproportional häufig an schweren Beißvorfällen beteiligt sind. „Die für diese Rassen gezielt gezüchteten Eigenschaften sind nicht einfach wegzudiskutieren“, betont die Autorin.
Gezüchtet für den Kampf – nicht für die Familie
Pitbulls, American Staffordshire Terrier und vergleichbare Rassen wurden laut der Autorin gezielt gezüchtet, um anzugreifen und zu töten. Zwar beißen nicht alle dieser Hunde zu, aber wenn sie es tun, dann mit größerer Ausdauer und höherer Kampfmotivation als andere Hunde. „Wer sie leugnet, kann auch die Existenz von Jagdhunden leugnen“, so die Autorin. Sie sieht keinen stichhaltigen Grund, sich privat einen potenziell gefährlichen Hund zu halten. Oft dienten diese Tiere als Statussymbole für Menschen, die Stärke demonstrieren wollten, weil sie sich Respekt nicht anders verschaffen könnten.
Tierschutzaspekt: Listenhunde in Tierheimen
Die Autorin weist auch auf die Tierschutzproblematik hin: Tierheime seien voller Listenhunde, die kaum vermittelbar seien. Im Berliner Tierheim sei jeder vierte Hund ein Listenhund. „Für viele bedeutet das: ein Hundeleben hinter Gittern. Auch das: eine Qual.“ Ein Haltungsverbot solle daher nicht nur Menschen schützen, sondern auch die Tiere selbst vor einer unzureichenden Haltung oder lebenslanger Unterbringung im Tierheim bewahren.
Forderung: Bundesweites Verbot statt Flickenteppich
Die Autorin appelliert an die Politik, endlich ein flächendeckendes Haltungsverbot für Kampfhunde zu erlassen. „Wir müssen also endlich über ein flächendeckendes Haltungsverbot von sogenannten Kampfhunden sprechen“, schreibt sie. Trotz theoretischer Verbote der Zucht und Einfuhr aus dem Ausland liefen faktisch weiterhin Kampfhunde und ihre Kreuzungen in ganz Deutschland herum. Die Autorin, selbst Hundehalterin, erwartet Hass von anderen Hundeliebhabern, bleibt aber bei ihrer Forderung: „Die Haltung von Kampfhunden muss endlich verboten werden. Aus Liebe zum Menschen und zum Tier.“



