Die Nationale Maritime Konferenz in Emden ist zu Ende gegangen. Der Hamburger Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß (CDU), der die Konferenz als maritimer Koordinator der Bundesregierung organisierte, zog eine positive Bilanz. Die Konferenz habe gezeigt, dass die maritime Wirtschaft nicht nur für Norddeutschland, sondern für ganz Deutschland von Bedeutung sei. Werde sie als nationale Aufgabe verstanden, rechtfertige das Investitionen und sichere die Wettbewerbsfähigkeit.
Rund 800 Vertreter der maritimen Wirtschaft nahmen an der Konferenz teil. Die Betreiber der deutschen Seehäfen zeigten sich jedoch enttäuscht, da Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Eröffnungsrede eine Beteiligung des Bundes an der Hafenfinanzierung ablehnte. Er berief sich auf die Verfassung, wonach die Küstenländer allein zuständig seien. Sebastian Jürgens, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehäfen (ZDS), kritisierte dies und verwies auf ein Gutachten des Bundestages, das dem Bund Spielräume für eine Beteiligung einräumt. Der Verband beziffert den Investitionsbedarf aller Häfen auf rund 15 Milliarden Euro, unter anderem für die Erneuerung von Kaimauern und den Bau von Schwerlastflächen.
Im Schiffbau hingegen sind die Auftragsbücher voll, sowohl durch Aufträge der Deutschen Marine als auch im zivilen Bereich. Reinhard Lüken, Geschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), betonte die Notwendigkeit, im internationalen Wettbewerb gegen China zu bestehen. Er begrüßte die Aufnahme des Schiffbaus in das Großbürgschaftsprogramm des Bundes, forderte aber weitere Erleichterungen. Sollte die Entwicklung in die richtige Richtung gehen, könnten im Schiffbau und der Zulieferindustrie in den nächsten Jahren bundesweit 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Die IG Metall Küste rechnet ebenfalls mit zusätzlichen Arbeitsplätzen, sieht aber die Herausforderung, genügend Fachkräfte zu gewinnen. Ihr Vorsitzender Daniel Friedrich forderte die Politik auf, die maritime Branche attraktiver zu machen – ein Thema, das auf der Konferenz seiner Meinung nach zu kurz kam. Die norddeutschen Küstenländer Niedersachsen und Hamburg betonten, dass sie die Hafeninvestitionen nicht allein stemmen könnten und setzen auf weitere Gespräche mit dem Bund.



