Die internationale Presse reagiert kritisch auf die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt hat. Trump erklärte, die USA könnten innerhalb von zwei bis drei Wochen abziehen, ein Abkommen mit dem Iran sei nicht nötig. Die Börsen reagierten mit Kursgewinnen, doch die Presse zeigt sich skeptisch.
Die Washington Post warnt vor verfrühtem Optimismus. Zwar könne sich die Straße von Hormus nach Ende der Bombardierungen von selbst öffnen, doch der Iran habe seine Fähigkeit zur Bedrohung der Meerenge bewiesen. Möglicherweise verlange er künftig eine „Gebühr“ für die Durchfahrt von Schiffen. Ein Kriegsende mit geschlossener Straße von Hormus würde bedeuten, dass Irans Strategie, dem Westen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, teilweise erfolgreich gewesen wäre.
Eine italienische Zeitung betont, Trumps Traum von einem leichten Sieg sei verpufft. Der Krieg könne schnell völlig außer Kontrolle geraten. Die USA schickten Tausende Soldaten in die Golfregion und drohten mit einer Invasion von Teilen des Iran. Der Iran fordere nun eine dauerhafte Zollregelung für Schiffe. Israel zeige sich gleichgültig gegenüber dem Chaos. Die Verantwortung für das Beenden der Krise liege klar bei den USA.
Eine französische Zeitung kritisiert, der „Blitzkrieg“ ziehe sich in die Länge. Die Bürger seien verängstigt und erschöpft von der wirtschaftlichen Lage. Europa müsse eine Strategie abstimmen, sich von den USA und Israel distanzieren und den Krieg beenden. Italien müsse zeigen, dass es nicht untergeordnet sei und den Drohungen derer nicht nachgebe, die Konflikte entfachen und das Völkerrecht verletzen.
Die Presse sieht die Europäer in der Pflicht, das Chaos zu beseitigen. Trump beginne, seinen Krieg satt zu haben, doch die Lage bleibe gefährlich. Der Iran-Krieg gleiche immer mehr dem Beginn eines langwierigen Konflikts, den die USA nicht gewinnen könnten, aber auch nicht zu beenden wüssten.



