Thüringer Zoos und Tierschutzprojekte kämpfen mit steigenden Kosten für Futter, Energie und Personal. Viele Einrichtungen müssen die Eintrittspreise anpassen, um wirtschaftlich zu bleiben, ohne Besucher zu verlieren. Besonders betroffen sind Zoos ohne städtische Unterstützung.
Der Alternative Bärenpark Worbis, eine Auffangstation für misshandelte Bären, Wölfe und Luchse, erhöhte den Eintritt von acht Euro im Jahr 2019 auf aktuell zwölf Euro. Geschäftsführer Christopher Schmidt betont, dass die Preise moderat bleiben sollen, um ein breites Publikum anzusprechen. Dennoch müssen geplante Sanierungen verschoben werden, und die Einrichtung kann weniger Tiere retten. Ein neues Musikfestival und ein Outdoor Escape-Game sollen den Besuchern einen Mehrwert bieten.
Die Falknerei in Kranichfeld hob die Preise nach vielen Jahren Stabilität um zwei Euro an. Inhaber Herbert Schütz führt dies auf gestiegene Stromkosten, eine Pachterhöhung und vor allem auf die Verdreifachung der Futterkosten zurück. Seit dem Verbot der Tötung männlicher Küken in Deutschland müssen diese importiert werden, was teurer ist. Die Falknerei beherbergt rund 30 Greifvögel, darunter einen Kondor, und züchtet seit zehn Jahren Weißkopfseeadler.
Im Wildkatzendorf Hütscheroda stiegen die Preise für Einzeltickets um einen Euro und für Familienkarten um 1,50 Euro seit 2022. Geschäftsführerin Katrin Vogel sieht wenig Spielraum für weitere Kostensenkungen. Die Einrichtung ist in der Nebensaison nur an Wochenenden und in den Ferien geöffnet, um Personal- und Nebenkosten zu sparen. Fördermittel und Spenden helfen, die Preise moderat zu halten.
Das Meeresaquarium Zella-Mehlis kämpft ebenfalls mit Preiserhöhungen, konnte aber laut Inhaberin Anke Landeck das Preis-Leistungs-Verhältnis bisher attraktiv halten. Thüringens größter Zoo in Erfurt verschob eine nötige Preisanhebung auf 2025. Sprecherin Inga Hettstedt kündigte neue Attraktionen wie einen Spielplatz und eine Anlage für Rote Pandas an, um die Anpassung besser zu vermitteln. Die Höhe wird im Herbst beschlossen.
Der Tierpark Gera erhöhte die Preise Anfang 2024 um zwei Euro für Erwachsenentickets, nach fünf Jahren ohne Anpassung. Grund sind gestiegene Ausgaben für Futter, Tierärzte und Instandhaltung. Neu sind ein Klimagarten und Ohrenfasane. Im Tierpark Gotha wurde der Eintritt 2022 um zwei Euro angehoben, vor allem wegen höherer Futter- und Tierarztkosten. Ein neues Feierabendticket ermöglicht ermäßigte Besuche anderthalb Stunden vor Schließung.



