Die JEB Bereederungsgesellschaft, zu der das Schiff „Robin Hood“ gehört, hat in einer Stellungnahme zahlreiche Darstellungen über den Ablauf der Rettungsaktion des Buckelwals „Timmy“ in der Nordsee als falsch bezeichnet. Die Hamburger Anwaltskanzlei Cronemeyer Haisch teilte mit, dass die Persönlichkeitsrechte der Crew angegriffen worden seien.
Besonders deutlich widerspricht das Unternehmen dem Vorwurf, der Wal sei durch eigenmächtiges Vorgehen der Crew verletzt worden. Laut Stellungnahme sei der Wal durch erhöhten Seegang gegen die Längsschotten der Barge gestoßen und habe sich Kratzer zugezogen. Die Crew sei ausschließlich für den Transport verantwortlich gewesen.
Eine private Initiative hatte die Bergung des Wals an der Ostseeküste und den Abtransport gen Nordsee organisiert. Die Freilassung sei bereits am Freitag, dem 1. Mai, auf Anweisung der Privatinitiative eingeleitet worden. Das Absperrnetz sei entfernt worden, wodurch die Barge offen gewesen sei.
Zur Unterstützung des Wals sei ihm mit Schläuchen eine Schlinge umgelegt worden, in Umsetzung der Vorgaben durch die Privatinitiative. Die Freisetzung sei jedoch nicht gelungen und der Versuch bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen worden. Am Folgetag sei der zweite Versuch erfolgt, begleitet von Jeffrey Foster vom Whale Sanctuary Project in den USA.
Erneut sei mittels Schläuchen eine Verbindung zum Wal hergestellt worden. Er sei freigekommen, und die Schläuche seien sofort gelöst worden. Der Wal habe frei weiterschwimmen können, nochmals geatmet, sei halbtauchend an den Schiffen vorbeigeschwommen und dann abgetaucht. Die Reederei betont, dass die Crew alles für eine möglichst unbeschadete Freilassung getan habe.
Die Vorwürfe, Crewmitglieder hätten sich gleichgültig und tierverachtend verhalten, weist die Reederei zurück. Auch die Behauptung, die Tierärztin der „Fortuna B“, Frau Dr. Tönnies, sei ohne berechtigten Grund an Bord zurückgelassen worden, sei unwahr. Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals als sehr gering eingeschätzt. Aktuelle Angaben zum Zustand und Aufenthaltsort des Tieres liegen nicht vor.



