Walrettung mit Tangermünder Spezialdock: Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee freigelassen
Walrettung mit Tangermünder Spezialdock: Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee freigelassen

Die Werfthallen in Tangermünde wirken an diesem Montag fast ungewohnt leer. Große Projekte sind ausgeliefert, und eines davon war auf dem Weg Richtung Insel Poel in der Ostsee. Das Transportdock der Schiffswerft SET aus Tangermünde im Landkreis Stendal half dort bei einer außergewöhnlichen Aktion: Der Anfang März gestrandete Buckelwal vor der Insel Poel, bei dessen Rettungsaktion weltweit Menschen mitfieberten, wurde mithilfe der Tangermünder Konstruktion zurück ins tiefere Wasser gebracht.

Normalerweise werden mit dem sogenannten Transportdock Schiffe bewegt, und zwar dort, wo das Wasser zu flach ist. Genau dafür wurde es entwickelt: um schwere Lasten sicher durch Gewässer zu transportieren, in denen herkömmliche Lösungen an ihre Grenzen stoßen. Dass dieses System nun bei einer Walrettung zum Einsatz kam, ist auch für die Werft selbst ein besonderer Moment.

Das Prinzip ist dabei so einfach wie effektiv. „Dieses Dock kann man öffnen auf einer Seite, um die Schiffe einzufahren. Und jetzt wird es einfach nicht mehr geschlossen, sodass Wasser im Inneren bleibt und sich der Wal darin bewegen kann“, sagte Geschäftsführer Olaf Deter vor der Rettungsaktion.

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Das Dock ist eine echte Spezialanfertigung: rund 50 Meter lang, 13 Meter breit und mit einem nur etwa 20 Zentimeter dünnen Boden. Möglich wird das durch seitliche Schwimmkörper, die den nötigen Auftrieb erzeugen. So können selbst Schiffe mit einem Gewicht von mehreren hundert Tonnen bewegt werden. Wal „Timmy“ wog dagegen nur rund 12 Tonnen. Gebaut wurde das Transportdock im Oktober 2024 in Tangermünde. Bereits wenige Monate später, im Dezember, erhielt das Projekt einen Innovationspreis.

Das Transportdock mit dem Buckelwal hatte am Freitag nach tagelanger Reise den nördlichsten Punkt Dänemarks erreicht. An diesem Punkt nahe der Stadt Skagen fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird. Seit Samstag ist der Wal nun wieder frei. Wie der NDR berichtet, hat das Tier am Morgen das Transportdock verlassen. Vor dem Freisetzen soll noch ein GPS-Sender angebracht worden sein, mit dem sich der künftige Standort des Wals erkennen ließe. Ob das gelang und der Sender Daten liefert, war zunächst unklar.

Seit diesem Samstag herrscht jedoch Klarheit: Der Wal „Timmy“ ist tot. Das dänische Umweltministerium bestätigte, dass es sich bei dem verendeten und am Donnerstag an die dänische Insel Anholt gespülten Wal um „Timmy“ handelte.

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