Die Auswertung der diesjährigen Vergleichsarbeiten der Berliner Drittklässler zeigt erschreckende Ergebnisse: In den Kernfächern Lesen und Rechnen erreicht die Hälfte der Schüler nicht einmal den Mindeststandard. Die Daten, die der Berliner Morgenpost vorliegen, offenbaren einen dramatischen Abwärtstrend im Vergleich zu den Vorjahren.
Sprachdefizite besonders ausgeprägt
Besonders düster ist das Bild beim Sprachgebrauch im Deutschen. 54 Prozent der Grundschüler scheiterten an den Mindestanforderungen. 2023 waren es noch 46 Prozent – ein Anstieg um acht Prozentpunkte. Dies deutet auf wachsende Schwierigkeiten im sprachlichen Ausdruck und im Textverständnis hin.
Die Ergebnisse in Mathematik fallen nicht weniger alarmierend aus. Im Schuljahr 2022/23 blieben etwas mehr als ein Drittel der Kinder (38 Prozent) unter den Mindestanforderungen. In diesem Jahr sind es bereits 48 Prozent – eine Verschlechterung um zehn Prozentpunkte.
Lesekompetenz im freien Fall
Auch beim Lesen zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend. Exakt die Hälfte aller teilnehmenden Schüler konnte die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Vor drei Jahren waren es noch 35 Prozent – eine Steigerung um 15 Prozentpunkte. In allen Bereichen haben sich die Berliner Grundschüler verschlechtert.
Einen möglichen Grund für das schlechte Abschneiden liefert ein Blick auf die Eingangsuntersuchung vor drei Jahren. Damals wurde festgestellt, dass 54,5 Prozent der Kinder in dem Jahrgang zu Hause kein Deutsch sprechen. 90 Prozent dieser Kinder mit Migrationshintergrund wurden zwar in Deutschland geboren, jedoch wies die Hälfte von ihnen Sprachdefizite auf.
Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten sind ein Weckruf für die Bildungspolitik. Experten fordern gezielte Fördermaßnahmen, insbesondere im sprachlichen Bereich, um den negativen Trend umzukehren.



