Brandenburg plant Vereinfachung der Kita-Finanzierung
Brandenburg: Kita-Finanzierung soll einfacher werden

Brandenburg will Kita-Finanzierung vereinfachen

Die brandenburgische Landesregierung plant eine grundlegende Reform der Finanzierung von Kindertagesstätten. Ziel ist es, die derzeit komplexe und bürokratische Struktur zu vereinfachen und den Trägern mehr Planungssicherheit zu geben. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) stellte die Eckpunkte des neuen Gesetzes vor, das noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll.

Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität

Bislang müssen Kitas in Brandenburg ihre Finanzierung über zahlreiche Einzeltöpfe beantragen, was zu einem hohen Verwaltungsaufwand führt. Das neue System soll stattdessen auf einer Pauschalfinanzierung basieren. „Wir wollen, dass sich die Erzieherinnen und Erzieher auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können, statt stundenlang Formulare auszufüllen“, sagte Ernst. Die Vereinfachung soll auch dazu beitragen, die Attraktivität des Berufs zu steigern.

Die Reform sieht vor, dass die Finanzierung künftig anhand von wenigen, klaren Kriterien erfolgt: der Anzahl der Kinder, der Betreuungszeit und dem Personalschlüssel. Zusätzliche Mittel für besondere Angebote wie Sprachförderung oder Inklusion sollen weiterhin möglich sein, aber ebenfalls einfacher beantragt werden können.

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Reaktionen der Verbände

Die geplante Vereinfachung stößt bei den Trägerverbänden auf breite Zustimmung. Der Landesverband der Kita-Träger Brandenburgs begrüßte die Initiative als „längst überfällig“. Man hoffe, dass das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet wird. Kritik kommt hingegen von der Opposition: Die Linke bemängelt, dass die Reform nicht weit genug gehe und die Qualität der Betreuung nicht ausreichend gesichert werde. Die CDU fordert zusätzlich eine bessere finanzielle Ausstattung der Kitas.

Finanzielle Auswirkungen

Das Land Brandenburg gibt jährlich rund 1,5 Milliarden Euro für die Kita-Finanzierung aus. Durch die Vereinfachung sollen keine Einsparungen erzielt, sondern die Mittel effizienter eingesetzt werden. Die Landesregierung rechnet mit einer leichten Kostensteigerung durch die Umstellung, die aber durch geringere Verwaltungskosten aufgefangen werden soll. Die Gemeinden, die ebenfalls einen Teil der Kosten tragen, zeigen sich verhalten optimistisch. Der Städte- und Gemeindebund Brandenburgs betonte, dass die Reform nur gelingen könne, wenn der Landeshaushalt ausreichend Mittel bereitstelle.

Insgesamt ist die Reform ein wichtiger Schritt, um die frühkindliche Bildung in Brandenburg zu stärken und die Arbeitsbedingungen in den Kitas zu verbessern. Die Landesregierung will mit dem neuen Gesetz auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken, indem der Beruf attraktiver gestaltet wird.

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