Charité-Chef Kroemer: Berlins Unis müssen Stadt der Zukunft prägen
Charité-Chef Kroemer: Unis sollen Berlins Zukunft prägen

Der neue Sprecher der Berlin University Alliance (BUA), Charité-Chef Heyo Kroemer, sieht großen Handlungsbedarf, damit die Hauptstadtuniversitäten die Zukunft Berlins entscheidend mitprägen können. Im Interview mit dem Tagesspiegel betont Kroemer, dass es ihm nicht um laute Töne, sondern um konstruktive Moderation gehe: „Wenn man auf den Tisch haut, tut einem hinterher vor allem die Hand weh und sonst passiert wenig. Als ruhiger Moderator habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Politischer Wille zur Exzellenz fehlt

Kroemer kritisiert, dass in Berlin der politische Wille zur Exzellenz nicht ausreichend vorhanden sei. Dabei böten die Universitäten enormes Potenzial, um die Stadt langfristig zu prägen. „Wovon will man hier in zehn Jahren sonst leben?“, fragt er und verweist auf die Notwendigkeit, in Bildung und Forschung zu investieren. Die BUA, ein Exzellenzverbund der Berliner Hochschulen, solle dabei als Katalysator wirken.

Konzentration auf Zukunftsfelder

Der Mediziner nennt konkrete Bereiche, auf die sich die Unis jetzt fokussieren müssten: Gesundheitstechnologien, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und urbane Transformation. Diese Felder seien nicht nur wissenschaftlich vielversprechend, sondern auch ökonomisch und gesellschaftlich entscheidend für Berlin. Kroemer fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen, der Politik und der Wirtschaft, um Innovationen schneller in die Praxis zu überführen.

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Herausforderungen der Finanzierung

Trotz der Exzellenzstrategie des Bundes sieht Kroemer Finanzierungslücken. Die Berliner Hochschulen litten unter Unterfinanzierung im Vergleich zu anderen Bundesländern. „Wir müssen dringend in die Infrastruktur und in zusätzliches Personal investieren“, so Kroemer. Ohne ausreichende Mittel drohe Berlin den Anschluss an internationale Spitzenstandorte zu verlieren.

Rolle der Berlin University Alliance

Die BUA vereint die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin sowie die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Kroemer will als Sprecher die Kräfte bündeln und gemeinsame Forschungsprojekte vorantreiben. Ziel sei es, Berlin als Wissenschaftsstandort zu stärken und gleichzeitig einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen zu leisten. Kroemer: „Die Unis müssen raus aus dem Elfenbeinturm und zeigen, wie sie das Leben der Menschen verbessern können.“

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