Die monatelange Hängepartie um die Zukunft der Grundschule Campus Hedwig in Berlin-Lichtenberg ist beendet. Der Träger, die SozDia-Stiftung, gab bekannt, dass die Schule nun doch in die neuen Räumlichkeiten an der Frankfurter Allee einziehen kann – rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres nach den Sommerferien. Mit der erteilten Baugenehmigung kann der Umbau der Schulräume im Erdgeschoss des Wohnhauses „Liese“ beginnen.
Meilenstein für inklusives Schulkonzept
Schulleiter Gérard Leitz zeigt sich erleichtert: „Die Baugenehmigung ist für uns weit mehr als der Startschuss für ein Bauprojekt. Sie ist ein Meilenstein, mit dem unsere Vision einer Schule für alle weiter Gestalt annimmt.“ Besonders freue man sich für die Kinder und Familien, die den Weg der Schule begleitet hätten. Die Grundschule Campus Hedwig versteht sich als bewusst kleine, inklusive und beziehungsorientierte Schule. Das pädagogische Konzept setzt auf jahrgangsgemischte Lerngruppen, selbstgesteuertes Lernen und eine enge Begleitung der Kinder durch Lehrkräfte, Lernbegleiter und Schulhelfer.
Vom Containerprovisorium zum festen Standort
Die Schule wurde 2021 als erste freie Schule im Bezirk Lichtenberg gegründet. Bislang war sie provisorisch in Containern im Pfarrgarten der evangelischen Kirche an der Möllendorffstraße untergebracht. Der Umzug an die Frankfurter Allee ist jedoch nur eine Übergangslösung. Langfristig ist ein Neubau an der Hedwigstraße in Alt-Hohenschönhausen geplant. Derzeit besuchen mehr als 50 Schülerinnen und Schüler die Schule.
Genehmigungsprobleme verzögerten Einzug
Dem Umzug ging eine monatelange Unsicherheit voraus. Nachdem die Stiftung geeignete Räume im Erdgeschoss des Wohnprojekts „Liese“ gefunden hatte, verzögerte sich der geplante Einzug aufgrund von Genehmigungsproblemen. Obwohl die Wohnungsbaugesellschaft Howoge und die Bildungsverwaltung dem Vorhaben zugestimmt hatten, lehnte das Stadtentwicklungsamt Lichtenberg den Bauantrag zunächst ab. Die Begründung: Die geplante Schulnutzung füge sich nicht in die Umgebung ein. Das Amt befürchtete zusätzliche Lärmbelastung und bemängelte, dass kein eigener Schulhof vorgesehen sei.
Politische Diskussion im Bezirk
Im November erklärte Schulstadtrat Schuler in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), der Standort an der Frankfurter Allee 218 könne nicht genehmigt werden. Im März hieß es dann in der BVV, der Bauantrag „befindet sich auf der Zielgeraden“, lediglich die Frage nach möglichen Freiflächen müsse noch geklärt werden.
20 neue Grundschulplätze in einem Bezirk mit hohem Bedarf
Am neuen Standort sollen künftig 72 Schülerinnen und Schüler Platz finden. Damit entstehen 20 zusätzliche Grundschulplätze in einem Bezirk, in dem nach Angaben des Trägers rund 1000 Plätze im Grundschulbereich fehlen. Schulleiter Leitz betont: „Die neuen Räume geben uns die Möglichkeit, Kinder noch individueller zu begleiten. Wir möchten eine Schule sein, in der jedes Kind seinen Platz findet.“



