Hochschulverband beklagt mangelnde Studierfähigkeit von Abiturienten
Hochschulverband beklagt mangelnde Studierfähigkeit von Abiturienten

Zum Start der Abiturprüfungen hat der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Lambert Koch, deutliche Defizite bei Studienanfängern kritisiert. Das Abitur bescheinige die Studierfähigkeit zwar formal, garantiere diese jedoch immer seltener, sagte Koch im Gespräch mit dem „Münchner Merkur“.

Es gebe zwar weiterhin „hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren“. Allerdings stellten Hochschullehrende zunehmend eklatante Mängel fest: Neben unzureichenden mathematischen Vorkenntnissen hätten sich auch Leseverständnis, Lesebereitschaft und allgemeines Ausdrucksvermögen spürbar verschlechtert.

An den Hochschulen würden fachspezifische Brückenkurse angeboten, um diese Defizite auszugleichen. Diese nachholende Stoffvermittlung stoße jedoch an strukturelle Grenzen, da den Universitäten die Kapazitäten fehlten, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen, warnte Koch. Er kritisierte zudem „freigiebig vergebene Bestnoten“, die im Studienalltag zu Enttäuschungen führten.

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Um die Aussagekraft des Abiturs nachhaltig zu sichern, forderte Koch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums, um der fortschreitenden „Noteninflation“ Einhalt zu gebieten. Es brauche eine Rückbesinnung auf das Prinzip „Qualität vor Quantität“, damit das Abitur bundesweit wieder als verlässlicher Nachweis tatsächlicher Leistungsfähigkeit diene. Ob es tatsächlich eine „Noteninflation“ gibt, ist jedoch umstritten.

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