Am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) haben 18 von 51 zugelassenen Schülerinnen und Schülern die Abiturprüfung nicht bestanden. Das entspricht einer Durchfallquote von rund 35 Prozent. Eine weitere Person wurde gar nicht erst zur Prüfung zugelassen. Die ungewöhnlich hohe Zahl an Nichtbestehungen hat nun das Institut für Qualitätsentwicklung des Schweriner Bildungsministeriums auf den Plan gerufen.
Externe Evaluation soll Ursachen klären
Ein geschultes Team des Instituts wird in den kommenden Wochen Schüler, Eltern und Lehrkräfte befragen, um die Hintergründe zu ermitteln. Auf dieser Grundlage soll ein Evaluationsbericht erstellt werden, wie das Ministerium mitteilte. Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) betonte: „Es ist wichtig, die Ursachen dafür, dass am Robert-Stock-Gymnasium ungewöhnlich viele Schülerinnen und Schüler die Abiturprüfungen nicht bestanden haben, schnell zu ergründen.“
Sondersitzung des Bildungsausschusses
Bereits am Mittwoch hatte der Bildungsausschuss des Landtags in einer Sondersitzung gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt Schwerin, der Schulleitung sowie Vertretern des Landeseltern- und des Schülerrats beraten. Geplant sind nun eine schulinterne und eine externe Bewertung der Ereignisse. Voraussichtlich Ende Oktober sollen die Ergebnisse ausgewertet und konkrete Maßnahmen vereinbart werden.
Videoclip einer Schülerin sorgt für Aufsehen
Für zusätzliche Diskussionen sorgte ein Videoclip der Abschlussrede einer Schülerin des Gymnasiums, der in der vergangenen Woche viral ging. Darin erhob sie unter anderem Vorwürfe gegen einige Lehrkräfte und kritisierte die hohe Zahl nicht bestandener Abiturprüfungen. Das Ministerium äußerte sich nicht direkt zu den Vorwürfen, verwies jedoch auf die laufenden Evaluationsprozesse.



