Lehrer-Freude verbessert Schülerleistungen laut Studie
Lehrer-Freude verbessert Schülerleistungen

Eine neue Studie belegt, dass die emotionale Verfassung von Lehrkräften einen direkten Einfluss auf die Lernmotivation und die Leistungen ihrer Schüler hat. Forschende aus München, Berlin und Kiel analysierten Daten von 679 Mathematiklehrern und über 17.500 Schülern aus acht Ländern. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Journal of Educational Psychology“ veröffentlicht.

Freude als Erfolgsfaktor

Lehrkräfte, die während des Unterrichts Freude empfinden, bieten laut Studie einen hochwertigeren Unterricht. Dies stärkt das Selbstvertrauen der Schüler, ihr Interesse am Fach und ihre schulischen Leistungen. „Lehren ist nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine emotionale Tätigkeit“, erklärte Marina Elena Pfeifer von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Hauptautorin der Studie.

Ärger wirkt sich negativ aus

Verärgerte Lehrer hingegen gehen mit einem schlechteren Unterricht und schlechteren Lernergebnissen einher. Die Forschenden betonen, dass insbesondere die Emotionen Freude und Ärger prägnant sind. Die Wahl fiel auf diese beiden Gefühle, da sie nach vorhergehenden Analysen die stärksten positiven und negativen Emotionen von Lehrkräften im Unterricht darstellen.

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Internationale Datenbasis

Die Studie umfasste Schulen in Chile, China, Kolumbien, Deutschland, Japan, Mexiko, Spanien und Großbritannien. Alle Klassen bearbeiteten dieselbe Mathematiklektion zur Einführung quadratischer Gleichungen, um eine gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die Lehrkräfte wurden mittels der „Teacher Emotions Scale“ befragt, wie viel Freude oder Ärger sie während des Unterrichts empfanden.

Selbstverstärkende Kreisläufe

Die Forschenden vermuten, dass Lehrer leicht in selbstverstärkende Kreisläufe geraten. „Ein verärgerter Lehrer könnte Schwierigkeiten haben, die Klasse effektiv zu führen, was zu schlechten Leistungen der Schüler führt, was wiederum dazu führt, dass sich der Lehrer noch frustrierter und erfolgloser fühlt – ein Teufelskreis“, so Pfeifer. Ein fröhlicher Lehrer hingegen schaffe eine positive Spirale, bei der effektiver Unterricht zum Erfolg der Schüler führt und den Lehrer noch glücklicher und stolzer auf seine Arbeit macht.

Kulturelle Unterschiede unbedeutend

Am faszinierendsten war für die Forschenden die Übereinstimmung der Ergebnisse in den verschiedenen Ländern. „Trotz erheblicher kultureller, wirtschaftlicher und sprachlicher Unterschiede blieben die Mechanismen, durch die die Emotionen eines Lehrers die Unterrichtsqualität und die Schülerleistungen beeinflussen, weltweit bemerkenswert ähnlich“, sagte Pfeifer.

Förderung des emotionalen Wohlbefindens

Die Forschenden empfehlen, die positive Haltung von Lehrkräften zu fördern. „Die wichtigste Schlussfolgerung für die Praxis ist, dass die Förderung des emotionalen Wohlbefindens von Lehrkräften nicht nur ein ‚nettes Extra‘ ist – sie ist entscheidend für den Lernerfolg der Schüler“, so Pfeifer. Schulen und politische Entscheidungsträger sollten der Reduzierung von Lehrerstress daher Priorität einräumen.

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