Nach dem Ende des Klimacamps in Hamm hat das nordrhein-westfälische Innenministerium beeindruckende Zahlen vorgelegt: Insgesamt wurden 162 Personen in Gewahrsam genommen, 280 Platzverweise ausgesprochen und 18 Strafanzeigen erstattet. Diese Bilanz zog das Ministerium seit vergangener Woche.
Innenminister Reul äußert sich deutlich
Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Klimaschutz braucht Engagement, keine Eskalation.“ Er betonte, dass friedliche Demonstranten auf den Schutz der Polizei zählen könnten. Doch viele hätten sich nicht mehr unter Kontrolle gehabt. Wer unter dem Deckmantel des Protests Straßen oder Kraftwerke lahmlege, Polizeisperren durchkreuze oder Gewalt in Kauf nehme, habe mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun.
Das Klimacamp im Lippepark
Mehrere Klimaschutz-Gruppierungen hatten das Klimacamp im Lippepark für fast zwei Wochen bis zum 4. Juni angemeldet. Den größten Zulauf verzeichnete das Camp gegen Ende der vergangenen Woche, als auch die bekannte Aktivistin Greta Thunberg auftauchte. Am Dienstag wollten laut Polizei die letzten Teilnehmer ihre Sachen packen. Die zuständige Polizei in Dortmund betonte bereits, dass die meisten Demonstranten friedlich geblieben seien. Es habe jedoch auch Ausreißer gegeben.
Großer Polizeieinsatz
Laut Innenministerium waren am Freitag 2.200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, am Samstag 2.100. Sichergestellt wurden unter anderem Pyrotechnik und Vermummungsgegenstände. Die Strafanzeigen verteilen sich wie folgt: Beleidigung (3), Sachbeschädigung (3), Widerstand (1), Nicht-Anzeigen einer Versammlung (3), Verstoß gegen das Vermummungsverbot (5) und Angriff auf Vollstreckungsbeamte (1).



