Am ersten Werktag nach der monatelangen Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen fallen erneut zahlreiche Züge aus oder sind stark verspätet. Betroffen sind sowohl der Fern- als auch der Regionalverkehr. Die Deutsche Bahn gab als Grund „Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten der Generalsanierung“ an.
Marode Brücke sorgt für massive Einschränkungen
Bereits am letzten Tag der Generalsanierung wurde bei einer routinemäßigen Prüfung ein Schaden an einem tragenden Bauteil einer Brücke bei Opladen entdeckt. Aus Sicherheitsgründen musste eines der beiden Gleise gesperrt werden. Die Bahn betonte, dass die Brücke bei der abgeschlossenen Korridorsanierung nicht erneuert worden sei, da die bisherigen Inspektionen – zuletzt Ende 2025 – keine Schäden gezeigt hätten. In der Folge kann die Strecke auf dem gesamten 65 Kilometer langen Abschnitt von Köln bis Hagen nur eingleisig befahren werden, und die Züge müssen deutlich langsamer fahren.
Auswirkungen auf Fern- und Regionalverkehr
Im Fernverkehr sind vor allem die ICE-Verbindungen von Köln nach Hannover und Berlin betroffen. Einige Züge beginnen und enden in Hamm, wodurch Halte in Köln, Solingen, Wuppertal und Hagen entfallen. Züge, die nicht ausfallen, verzeichnen erhebliche Verspätungen. Im Regionalverkehr ist die Strecke für die Linie RE4 zwischen Dortmund und Düsseldorf in beide Richtungen gesperrt. Die Linie RE7 fährt nur in Richtung Rheine auf dem normalen Weg, während die Züge in Richtung Krefeld über Düsseldorf umgeleitet werden und unter anderem Solingen und Köln auslassen. Auf der Linie RE13 fallen zwischen Düsseldorf und Hamm alle Züge aus. Bei der RB48 fahren Züge von Köln nach Wuppertal mit Verspätung, in der Gegenrichtung fallen sie teilweise aus.
Hintergrund der Generalsanierung
Seit Anfang Februar wurde die wichtige Strecke in Nordrhein-Westfalen aufwendig modernisiert. Die Bahn hatte versprochen, dass der Zugverkehr „verlässlicher und leistungsfähiger“ werde und sich Störungen und Verspätungen „deutlich reduzieren“ würden. Rund 800 Millionen Euro investierte die Bahn in die Generalsanierung. Pendler im Regionalverkehr mussten während der Bauphase auf Ersatzbusse umsteigen, die deutlich längere Fahrzeiten hatten. Fernzüge wurden weiträumig umgeleitet.
S-Bahn-Gleise erneut gesperrt
Zusätzlich zu den Problemen auf der Hauptstrecke sind die teilweise parallel verlaufenden S-Bahn-Gleise von Düsseldorf über Wuppertal nach Hagen gesperrt. Mit einer kurzen Unterbrechung fahren dort bis Anfang September keine Züge. Die Bahn begründet dies mit „Nacharbeiten zur Generalsanierung“, bei denen Gleise, Weichen und Brücken erneuert, Lärmschutzwände errichtet und Bahnhöfe modernisiert werden. Auf den Linien S7, S8, S9, S28, S68 und RE49 verkehren daher zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Hagen nur Ersatzbusse.



