Berlin genießt Sommerferien: Ein Blick auf die entspannte Hauptstadt
Berlin genießt Sommerferien: Ein Blick auf die entspannte Hauptstadt

In den Sommerferien zeigt Berlin eine völlig andere Seite: Die Straßen sind leerer, die Luft ist sauberer, und die Busse kommen wieder pünktlicher. Selbst die Parkplatzsuche gestaltet sich deutlich entspannter. Die Hauptstadt entspannt sich von sich selbst. Doch warum kann Berlin nicht immer so sein? Ein Kommentar von Robert Ide.

Verkehrsentlastung durch Ferienzeit

Die Verkehrsverwaltung legt die größten Bauarbeiten auf Hauptverkehrsstraßen bewusst in die Ferienzeit. Denn das Aufkommen im Berufsverkehr ist in dieser Zeit um 15 bis 20 Prozent geringer. Auch im Bahnverkehr zeigt sich die Entlastung: Die wichtige Stadtbahn wird derzeit saniert. Allerdings dauern viele Baustellen länger als die sechs Wochen Ferien. Dennoch übersteigt die Entlastung durch die Ferien die zusätzliche Belastung durch die Sperrungen.

Dies zeigt deutlich: Berlins Verkehr stößt im Alltag nicht allein wegen der Baustellen an seine Grenzen. Vielmehr sind Straßen, Busse und Bahnen fast permanent am Limit unterwegs. Die Sommerferien bieten daher einen Blick auf das Berlin, das möglich wäre – eine Entspannung vom Immermehr und Immerschneller.

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Weniger Autos trotz mehr Einwohnern

„Mehr Menschen müssen nicht automatisch mehr Autos bedeuten“, kommentiert Robert Ide. Die Hauptstadt wächst zwar schneller als erwartet auf vier Millionen Einwohner zu, dennoch ist die Zahl der zugelassenen Autos zuletzt leicht zurückgegangen. Dies zeigt, dass eine bessere Organisation der Pendlerströme und eine entspannte Nachsicht der Menschen zueinander zu einem längeren Feriengefühl auf Straßen und Schienen führen können.

Nicht jeder muss jeden Morgen zur gleichen Zeit unterwegs sein. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder ein attraktiver Nahverkehr können helfen, die Verkehrsspitzen zu entzerren. So ließe sich ein Stück Sommerferien in den Alltag retten. Davon würden am Ende alle profitieren: Der Verkehr wird flüssiger, der Lärm geringer und die Luft sauberer.

Luftqualität verbessert sich spürbar

In den Ferien sinken die Schadstoffwerte an Hotspots wie der Frankfurter Allee oder der Schildhornstraße für Stickstoffdioxid um 10 bis 20 Prozent. Dies liegt am Wegfall von Pendlern und dem geringeren Lieferverkehr. Eine dauerhafte Verbesserung der Luftqualität wäre wünschenswert.

Die Sommerferien sind eine Auszeit vom Tempo der Metropole, die sich zuweilen selbst über den Kopf wächst. Berlin muss sich nicht überall neu erfinden. Oft reicht es schon, wenn sich die Stadt etwas weniger unter Druck setzt und ein bisschen Luft holt – am besten frische.

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